Neues Polizeirevier Bad Doberan: Millionenprojekt mit Parkplatz-Kritik
Neues Polizeirevier Bad Doberan: Millionenprojekt

Neues Polizeirevier in Bad Doberan: Millionenprojekt mit kontroverser Parkplatzplanung

Im Landkreis Rostock entsteht ein neues Polizeirevier in Bad Doberan, das mit einem Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro realisiert wird. Der Bau soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen und bis Ende 2029 fertiggestellt sein. Das Projekt löst die bisherige Liegenschaft in der Dammchaussee ab, die historisch bis in die DDR-Zeiten als Unterkunft der Volkspolizei diente und mittlerweile sanierungsbedürftig ist.

Architektonische Details und Kostenentwicklung

Das viergeschossige Gebäude wird als Stahlbetonskelettbau in Mischbauweise errichtet. Es orientiert sich am Referenzmodell des Polizeireviers in Heringsdorf, das 2021 fertiggestellt wurde, jedoch mit signifikanten Erweiterungen. So erhält der Neubau ein zusätzliches Geschoss und umfasst eine Nutzfläche von 1520 Quadratmetern. Die Baukosten wurden gegenüber früheren Schätzungen von 16 Millionen auf 13 Millionen Euro korrigiert, was das Finanzministerium auf präzisierte Kostenannahmen und fortgeschrittene Planung zurückführt.

Im Vergleich zum Vorbild in Heringsdorf, das bei 1174 Quadratmetern 5,5 Millionen Euro kostete, ergibt sich in Bad Doberan ein deutlich höherer Quadratmeterpreis von 8552 Euro. Das Ministerium begründet dies mit gestiegenen Baupreisen seit 2017, erweiterten funktionalen Anforderungen und einer veränderten Flächenstruktur, die mehr Neben- und Verkehrsflächen umfasst.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ausstattung und energetische Standards

Das Revier wird technisch hochwertig ausgestattet, darunter Gewahrsams-, Asservaten- und Vernehmungsräume sowie Laborräume für Spurenaufbereitung. Für die Mitarbeiter ist ein Fitness- und Geräteraum vorgesehen, während auf eine Sauna oder Kantine verzichtet wird. Zwei Gewahrsamszellen sind geplant, allerdings keine separaten Zellen für Kinder, Jugendliche oder körperlich eingeschränkte Personen. Überall wird Warmwasser installiert, und auf dem Dach kommen Solarpaneele zum Einsatz, die die energetischen Anforderungen übertreffen sollen.

Kritik an der Parkplatzsituation

Besonders kontrovers diskutiert wird die Parkplatzplanung. Für die rund 80 Beschäftigten sind lediglich 23 Stellplätze vorgesehen. Christian Schumacher von der Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert dies scharf: "Bad Doberan ist ein Landrevier, sodass viele Polizisten mit dem Auto zur Arbeit fahren. Die Planungen sind auf den aktuellen Ist-Stand ausgerichtet und berücksichtigen nicht zukünftige Verstärkungen." Im Außenbereich sind zudem Lagerräume, Garagen und Elektro-Ladesäulen für Dienstfahrzeuge geplant, sowie eine Netzersatzanlage für Stromausfälle.

Die alte Liegenschaft in der Dammchaussee soll nach aktueller Planung veräußert werden. Das Projekt ist Teil eines landesweiten Programms, bei dem insgesamt sieben neue Polizeireviere errichtet werden, um die Infrastruktur der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zu modernisieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration