Potsdam: Ein Glücksbringer und ein harter Haushaltsstreit
Heute ist Freitag, der 13. – ein Tag, der im Volksmund als Unglückstag gilt. Doch in Potsdam gibt es mindestens einen Menschen, der diesem Aberglauben widerspricht: Günther Jauch. Der bekannte TV-Journalist und Moderator der Quizshow „Wer wird Millionär“ erblickte am 13. Juli 1956 in Münster das Licht der Welt. In seiner Wahlheimat Potsdam hat er nicht nur 16 Kandidaten zu Millionären gemacht, sondern auch viel Glück jenseits des Materiellen verschenkt. Ein wahrer Glücksbringer für die Stadt.
Haushaltskrise und Proteste um OB Noosha Aubel
Während Jauch für positive Schlagzeilen sorgt, steckt Potsdams neue Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) in einer politischen Krise. Kaum 100 Tage im Amt, sieht sie sich mit heftigen Protesten gegen ihre Haushaltspläne konfrontiert. Kulturschaffende, der Jugendhilfeausschuss und der Sozialausschuss wehren sich lautstark gegen geplante Kürzungen bei städtischen Zuschüssen. Sozialträger haben sogar einen Brandbrief verfasst, um auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen.
Besonders umstritten ist, dass im Verwaltungsbereich der Oberbürgermeisterin nicht gespart, sondern mehr Geld ausgegeben werden soll. Diese Entscheidung, obwohl nachvollziehbar begründet, stößt auf Unmut bei allen, die finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen. Aubel fehlt eine Mehrheit im Stadtparlament für ihren Haushaltsentwurf, und die SPD, die nach 35 Jahren in Potsdam entmachtet wurde, macht ihr das Leben schwer. Viele Beobachter äußern Besorgnis und mahnen, dass die Stadt regierbar bleiben muss – eine Verantwortung, die auch die SPD trägt.
Neue Mehrkosten und politische Spannungen
Die Haushaltskrise könnte sich noch verschärfen, da gestern neue Mehrkosten in Millionenhöhe bekannt wurden. Die Tramstrecke nach Krampnitz, eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung von 10.000 Bewohnern im neuen Stadtteil im Norden Potsdams, wird mindestens 20 Millionen Euro teurer als geplant. Dieses finanzielle Fiasko droht, die bereits angespannte Haushaltslage weiter zu belasten.
Inmitten dieser politischen Turbulenzen gibt es jedoch auch eine gute Nachricht: Die AfD hat ihren Parteisitz nicht in Potsdam. Recherchen des Medienportals „Correctiv“ zeigen, dass die Partei den Kauf einer Immobilie in der Behlertstraße 34 vor mehr als dreieinhalb Jahren erwogen hatte. PNN-Redakteur Henri Kramer hat diese Berichterstattung geprüft und bestätigt, dass die Pläne nicht umgesetzt wurden.
Die Stadt bleibt im Gespräch über Themen wie das winterliche Wetter, neue Filmproduktionen in Babelsberg und die Arbeit der Potsdamer Historikerin Annette Schuhmann, die ein Buch über Frauen in der DDR veröffentlicht hat. Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt Potsdam weiterhin seine vielfältige und lebendige Seite.



