Rostocker Rathausuhr fiel durch Vandalismus aus
In der Rostocker Innenstadt sorgte eine defekte Uhr für Verwirrung bei Passanten. Die große Uhr nahe dem Neuen Markt und dem Rathaus zeigte über mehrere Tage hinweg eine falsche Zeit an. Interessanterweise stimmte die Anzeige lediglich zweimal täglich: exakt um 6.28 Uhr morgens und 18.28 Uhr abends. Für den Rest des Tages blieb der Zeiger stehen, was zu einem Zeitverlust im Stadtzentrum führte.
Stadtverwaltung zunächst ahnungslos
Erstaunlicherweise blieb der Defekt der Stadtverwaltung zunächst verborgen. Erst als eine Redaktion nachfragte, wurde das Problem offiziell bekannt. „Dieser Schaden war uns vor der Anfrage nicht bekannt“, erklärte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Daraufhin erfolgte eine Blitz-Reparatur durch die DSM Zeit und Werbung GmbH, die für den Betrieb der Uhr verantwortlich ist. Bereits zu Beginn der Woche funktionierte die Zeitmessung wieder einwandfrei.
Vandalismus als Ursache identifiziert
Die Stadt Rostock gab bekannt, dass eine Attacke auf die Stromversorgung der Uhr den Ausfall verursachte. „Leider gab es am Standort Lange Str. / Große Mönchstr. / Neuer Markt einen Vandalismusschaden“, hieß es in der offiziellen Stellungnahme. Ein blauer Stromkasten in der Nähe wurde demoliert, vermutlich durch Tritte. DSM und die Stadtwerke mussten daraufhin den Strom abschalten, was die Uhr außer Betrieb setzte.
Wetterbedingte Einschränkungen verzögerten die sofortige Reparatur, doch die Stadt versicherte: „Die Uhr sollte nun aber wieder laufen“. Neben diesem Vorfall ist aktuell auch die Uhr am Kempowski-Ufer temporär außer Betrieb, was auf Baumaßnahmen im Stadthafen zurückzuführen ist.
41 Werbeuhren in Rostock
Insgesamt betreibt die Hansestadt 41 öffentliche Uhren, die auf Basis eines kommunalen Außenwerbevertrags betrieben werden. Diese Zeitmesser:
- Stammen von vier verschiedenen Herstellern
- Wurden zwischen 1993 und 2023 installiert
- Dienen gleichzeitig als Werbeflächen
- Generieren Pachteinnahmen im unteren fünfstelligen Bereich pro Jahr
Stadtsprecher Kunze betonte, dass Schäden an diesen Uhren „nach Bekanntwerden umgehend repariert“ würden, wobei die Ersatzteilbeschaffung manchmal Herausforderungen bereite. Die Uhren stehen nicht unter Denkmalschutz, und es gibt weder Austausch- noch Abbaupläne.
Am 17. Februar 2026 konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: Die Uhr zeigte wieder korrekt die Zeit, synchron mit den Mobiltelefonen der Passanten. Der Vorfall verdeutlicht die Verwundbarkeit städtischer Infrastruktur durch Vandalismus und die Bedeutung funktionierender öffentlicher Zeitmessung im Stadtbild.



