Schweriner OB-Wahl: FDP-Mitglied Lars Schubert kandidiert als freiheitlicher Bürgerkandidat
Schweriner OB-Wahl: Lars Schubert kandidiert als Bürgerkandidat

Schweriner OB-Wahl: Lars Schubert tritt als freiheitlicher Bürgerkandidat an

Mit Unterstützung des FDP-Kreisverbandes Schwerin bewirbt sich der Ökonom Lars Schubert als Einzelkandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Der 56-jährige Wirtschaftswissenschaftler kandidiert bereits zum zweiten Mal für dieses Amt, nachdem er schon 2002 angetreten war. Seine politische Agenda konzentriert sich auf die Stärkung der Wirtschaft und die Förderung von Innovationen in der Stadt.

Vom Meerschweinchenzüchter zum "Mister Transrapid"

Lars Schuberts Lebensweg spiegelt die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen Deutschlands wider. 1969 in Ost-Berlin geboren, wuchs er ab 1970 in Schwerin auf, wo sein Vater als Tierarzt an der Schweriner Tierklinik in Neumühle tätig war. "Ich bin da aufgewachsen zwischen Tieren und all dem, was es da so gab", erzählt der OB-Kandidat. In dieser Umgebung begann er als Jugendlicher mit der Zucht von Meerschweinchen, die er an einen Zooladen in der Puschkinallee verkaufte.

Wegen seiner Ablehnung der SED-Doktrin entschied sich Schubert zunächst für einen technischen Beruf und erlernte im Schweriner Plastmaschinenwerk den Beruf des Maschinenbauzeichners. Nach der Wende studierte er Wirtschaftswissenschaften in Rostock und Wismar, wo sich erste Berührungspunkte mit dem Transrapid-Projekt ergaben.

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Fünf Jahre als "Mister Transrapid" unterwegs

Während seines Studiums bewarb sich Schubert bei der Transrapid-Planungsgesellschaft und erhielt einen Ferienjob, der sich zur Festanstellung entwickelte. Mit einem 20 Meter langen und 5 Meter hohen Transrapid-Dialog-Mobil bereiste er fünf Jahre lang den Planungsraum zwischen Berlin und Hamburg und führte etwa 40.000 Bürgergespräche. "Ich war für viele in der ganzen Region 'Mister Transrapid'", erinnert sich Schubert.

Die charakteristische Transrapid-Anstecknadel, die er noch heute am Revers trägt, ist für ihn mehr als nur ein Symbol. "Für mich ist es eine Deutschland-Flagge, wie sie politische Mitbewerber tragen, und zwar eine intelligentere", erklärt der FDP-Politiker. Er zitiert dabei den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt: "Wir brauchen nicht Hochtechnologie, sondern Höchsttechnologie."

Politische Entwicklung von den Jusos zur FDP

Schuberts politische Laufbahn begann Anfang der 1990er-Jahre, als er 1991 Mitbegründer des Kreisverbandes der Jungen Sozialdemokraten in Schwerin wurde und später dem Landesvorstand der Jusos angehörte. Aus Protest gegen die Regierungskoalition mit der damaligen PDS (heute Die Linke) trat er 1998 aus der SPD aus und gründete später zusammen mit Gleichgesinnten die Sozialliberale Partei (SLP). Heute hat er seine politische Heimat bei der FDP gefunden.

Juristische Auseinandersetzung mit der Stadtverwaltung

Seit 2008 lebt und arbeitet Schubert in Göttingen, wo der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) seinen Bundestagswahlkreis hatte. Verheiratet ist der Wirtschaftswissenschaftler mit einer Ukrainerin, die er 2006 in Schwerin kennenlernte. Der Nachzug ihres Vaters, eines jüdischen Kontingentflüchtlings, nach Niedersachsen führte zu einem juristischen Konflikt mit der Schweriner Stadtverwaltung wegen dessen Wohnsitzauflage.

Im Februar legte Schubert in diesem Fall Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Er will klären lassen, in welchem Umfang Verwaltungshandeln an höchstrichterlich geklärte Maßstäbe gebunden ist.

Agenda 2035 für ein "Starkes Schwerin"

Nach Schuberts Einschätzung hat Schwerin seit 1990 zwar viel erreicht, aber eine selbsttragende wirtschaftliche Entwicklung sei bis heute ausgeblieben. "Die kommunale Handlungsfähigkeit hängt am Tropf erfolgreicher Geberländer", kritisiert der Kandidat. Am "Geschäftsmodell des Weiterso" habe sich seit seiner ersten Kandidatur 2002 nichts geändert.

Mittlerweile breche in den Geberländern der Industriesektor ein, was sich auch auf Schwerin auswirke. Die Landeshauptstadt lebe vor allem vom Dienstleistungssektor wie etwa dem Tourismus. Für eine Stärkung der Wirtschaft hat Schubert seine Agenda 2035 "875 Jahre. Starkes Schwerin" aufgelegt und will im Fall einer Wahl seine langjährige politische und wirtschaftliche Erfahrung einbringen.

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"Ich sehe die gesellschaftliche Akzeptanz der Demokratie schon seit einigen Jahren bedroht und plädiere deswegen für eine Kehrtwende der Vernunft", erklärt der freiheitliche Bürgerkandidat seine Motivation für die erneute Kandidatur bei der OB-Wahl am 12. April.