Frankreich: Durchsuchungen bei Ex-Minister Lang nach Epstein-Verbindungen
Durchsuchungen bei Jack Lang nach Epstein-Verbindungen

Ermittlungen gegen französischen Ex-Minister Jack Lang intensivieren sich

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) hat im Zuge der Ermittlungen zu den Verbindungen des ehemaligen Kulturministers Jack Lang zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein mehrere Durchsuchungen angeordnet. Dies bestätigte der Leiter der Behörde, Pascal Prache, am Dienstag. Zu den durchsuchten Orten gehört unter anderem das renommierte Institut der arabischen Welt (IMA) in Paris, dem Lang über viele Jahre als Direktor vorstand.

Verdacht auf Geldwäsche und Steuerbetrug

Bereits am 6. Februar hatte die Finanzstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Jack Lang und seine Tochter Caroline Lang eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Geldwäsche in einem besonders schweren Fall von Steuerbetrug. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mutmaßliche finanzielle Verflechtungen der beiden mit dem Netzwerk von Jeffrey Epstein.

Medienberichten zufolge soll es dabei um eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies gehen, an der Caroline Lang die Hälfte der Anteile gehalten haben soll. Die Namen von Jack Lang und seiner Tochter tauchen in den von der US-Justiz veröffentlichten Epstein-Dokumenten auf. Insgesamt wird der Name des ehemaligen Ministers in 673 Fällen in Korrespondenzen mit Epstein genannt.

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Reaktionen und Hintergründe

Jack Lang wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und berief sich auf seine angebliche Naivität im Umgang mit Epstein. Dennoch bot er unter dem Druck der Ermittlungen seinen Rücktritt als Präsident des IMA an. Der sozialistische Politiker war in den 1980er und 1990er Jahren Kulturminister unter Präsident François Mitterrand und prägte die französische Kulturszene nachhaltig. Zu seinen bekanntesten Initiativen gehört die Fête de la Musique, die heute weltweit am 21. Juni gefeiert wird.

Die Ermittlungen sind Teil einer breiteren internationalen Aufarbeitung der Epstein-Affäre. Die französische Staatsanwaltschaft hat eigens eine Sondereinheit gebildet, um das globale Netzwerk des Sexualstraftäters zu untersuchen. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor die US-Justiz zu einem unabhängigen Vorgehen in der Affäre gedrängt, die unter anderem Vorwürfe des Kindesmissbrauchs, der Vergewaltigung und des Menschenhandels umfasst.

Die aktuellen Durchsuchungen markieren eine neue Eskalationsstufe in den langwierigen Ermittlungen. Experten erwarten, dass die Finanzstaatsanwaltschaft in den kommenden Wochen weitere Schritte einleiten wird, um die komplexen finanziellen Verbindungen zwischen Lang und Epstein aufzuklären.

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