Epstein-Akten: FBI-Protokolle enthalten Missbrauchsvorwürfe gegen Donald Trump
Epstein-Akten: FBI-Protokolle mit Trump-Vorwürfen veröffentlicht

Epstein-Akten: FBI-Protokolle enthalten schwere Vorwürfe gegen Donald Trump

Das US-Justizministerium hat am Donnerstag (Ortszeit) bisher unter Verschluss gehaltene FBI-Protokolle aus der Epstein-Untersuchung veröffentlicht. In den Dokumenten erhebt eine Frau schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete die Anschuldigungen umgehend als "völlig haltlose Anschuldigungen" einer "gestörten Frau mit umfangreichem Vorstrafenregister".

Details aus den FBI-Vernehmungsprotokollen

Laut den nun freigegebenen Dokumenten gab die Frau, deren Name geschwärzt ist, bei einer Vernehmung im August 2019 an, sie sei im Alter von 13 bis 15 Jahren sowohl von Jeffrey Epstein als auch von Donald Trump missbraucht worden. In einem der Protokolle beschreibt sie detailliert einen Vorfall, bei dem Trump sie nach ihrer Darstellung zu Oralsex zwingen wollte.

Die Frau erklärte den Ermittlern zufolge:

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  • Epstein habe sie Trump in den 1980er Jahren vorgestellt, als sie minderjährig war
  • Trump habe versucht, sie bei einem Treffen zu Oralsex zu zwingen
  • Sie habe Trump daraufhin gebissen
  • Trump habe sie geschlagen und wegbringen lassen

Der Vorfall soll sich nach ihren Angaben entweder in "New York oder New Jersey" in einem "hohen Gebäude mit riesigen Räumen" ereignet haben. Trump habe zu ihr gesagt: "Ich werde dir beibringen, wie kleine Mädchen sein sollen."

Keine Ermittlungen gegen Trump eingeleitet

Aus den Vernehmungsprotokollen geht nicht hervor, ob die Ermittler die Angaben der Frau für glaubwürdig hielten. Es finden sich keine Hinweise darauf, dass die Informationen vom FBI überprüft wurden. Bislang wurden keine Ermittlungen gegen Donald Trump eingeleitet.

Die oppositionellen Demokraten hatten das Zurückhalten der Dokumente zuvor als "größten Vertuschungsskandal einer Regierung in der jüngeren Geschichte" bezeichnet. Am Mittwoch beschloss der zuständige Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen, um den Umgang mit den Epstein-Akten aufzuklären.

Hintergrund: Der Fall Jeffrey Epstein

Jeffrey Epstein wurde 2008 verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er nur knapp 13 Monate Haft ab. Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben.

Epstein soll nach Erkenntnissen des FBI und des US-Justizministeriums mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er die Opfer an Prominente vermittelt haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Politische Reaktionen und weitere Entwicklungen

Trump hatte sich im vergangenen Jahr monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress auch mit den Stimmen seiner Republikaner deren Freigabe erzwang. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe, allerdings wurde dem US-Präsidenten bislang kein Fehlverhalten nachgewiesen.

Das Justizministerium begründete die verzögerte Freigabe der nun veröffentlichten Dokumente damit, die Akten seien fälschlicherweise als Dubletten gekennzeichnet gewesen. Die oppositionellen Demokraten fordern weiterhin vollständige Transparenz im Umgang mit den Epstein-Akten.

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