Entlassener Putin-Beamter Butsayev flieht in die USA
Putin-Beamter flieht in die USA

Ein vom Kreml entlassener Spitzenbeamter verlässt offenbar fluchtartig Russland – und landet in den USA. Denis Butsayev (49), bis vor Kurzem stellvertretender Minister im Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen, soll sich in die Vereinigten Staaten abgesetzt haben. Das berichtet die unabhängige Journalistin Farida Rustamova (34). Hintergrund soll eine drohende Strafverfolgung wegen Betrugs sein.

Entlassung und Flucht

Ministerpräsident Mikhail Mishustin (60) entließ Butsayev am 22. April offiziell aus seinem Amt. Das belegen Regierungsdokumente. Zuvor hatten Quellen der Tageszeitung „Vedomosti“ gesagt, der gefeuerte Putin-Beamte habe das Land nach seiner Entlassung verlassen und sei über das Nachbarland Belarus ausgereist. Zwei Regierungsquellen erklärten Rustamova jedoch, Butsayev habe Russland bereits am 18. April verlassen.

Route über Minsk und Tiflis

Nach Angaben der beiden Regierungsquellen reiste Butsayev über Minsk in Belarus und Tiflis in Georgien weiter in die Vereinigten Staaten. Der frühere Vize-Minister steht derzeit nicht auf westlichen Sanktionslisten. „Butsayev hat Glück, Freunde zu haben, die ihn rechtzeitig warnen konnten,“ wird eine der Quellen zitiert. Die Zeitung „The Moscow Times“ bat das US-Außenministerium um eine Stellungnahme.

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Hintergrund der Ermittlungen

Bevor Butsayev 2025 ins Ministerium wechselte, war er CEO des Russian Environmental Operator. Das staatlich geförderte Unternehmen wurde 2019 gegründet, um die nationalen Abfallreformen des Kreml zu steuern. Sowohl Vedomosti als auch Rustamova berichten, dass russische Strafverfolgungsbehörden gegen den Verwaltungsdirektor des Unternehmens und zwei weitere Top-Manager wegen Betrugs ermitteln. Butsayev gilt demnach als Person von Interesse in diesem Verfahren. Ob gegen ihn konkret Anklage erhoben wurde, war zunächst unklar.

Ein beispielloser Fall

„Butsayevs Abgang ist der erste bekannte Fall, in dem ein amtierender Beamter dieses Ranges aus dem Land flieht“, schrieb Rustamova. Er sei zudem der erste Beamte seit 2024, der sich durch eine Ausreise ins Ausland einer Strafverfolgung entzogen habe. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Korruption und die Repressionen in Russland unter Präsident Wladimir Putin.

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