Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef: Epstein-Kontakte im Fokus der Ermittlungen
Norwegische Behörden haben im Zuge der Ermittlungen zum internationalen Epstein-Skandal eine Razzia bei dem ehemaligen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland durchgeführt. Wie der Anwalt des 75-Jährigen der Zeitung Verdens Gang bestätigte, durchsuchten Beamte der norwegischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sowohl Jaglands Wohnung in Oslo als auch sein Haus an der norwegischen Ostküste.
Immunität aufgehoben: Europarat kooperiert mit Ermittlern
Der Europarat hat auf Wunsch Norwegens die Immunität für Jaglands Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 aufgehoben. Diese Entscheidung ermöglichte die aktuellen Ermittlungsschritte. Jagland, der nach seiner Zeit als norwegischer Regierungschef auch Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees war, steht im Verdacht, während seiner Europarat-Zeit enge Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterhalten zu haben.
Konkrete Vorwürfe: Den Ermittlungen zufolge soll Jagland in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet sowie Urlaub in dessen Anwesen in Palm Beach gemacht haben. Diese Verbindungen werden nun als mögliche schwere Korruption untersucht.
Rechtliche Einschätzung: Anwalt betont Kooperationsbereitschaft
Jaglands Anwalt erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur NTB, dass sein Mandant mit den zuständigen Ermittlungsbehörden zusammenarbeite. Gleichzeitig vertrete er die Auffassung, dass keine Umstände vorlägen, die zu einer tatsächlichen Strafverfolgung führen würden. Die Durchsuchungen markieren jedoch einen signifikanten Schritt in den internationalen Nachforschungen zu Epsteins Netzwerk.
Die norwegischen Behörden haben bisher keine weiteren Details zu den laufenden Ermittlungen bekannt gegeben. Der Fall wirft erneut Fragen zu den Verbindungen zwischen internationalen Politikern und dem kriminellen Netzwerk Epsteins auf.



