Historische Geburt in Brasilien: Baby Aky rettet Dschungel-Volk vor dem Aussterben
Baby Aky rettet Dschungel-Volk vor dem Aussterben

Historische Geburt in Brasilien: Baby Aky rettet Dschungel-Volk vor dem Aussterben

Für das indigene Volk der Akuntsu im brasilianischen Regenwald stellt die Geburt eines Kindes nicht nur eine freudige Nachricht dar, sondern einen historischen Moment, der neue Hoffnung schenkt. Das Volk bestand zuletzt nur noch aus drei Frauen, bis eine von ihnen im Dezember einen Jungen zur Welt brachte.

Ein Volk am Rande des Aussterbens

Im Mai 2016 starb der letzte Mann der Akuntsu, ein Schamane, und seitdem gab es keine Nachkommen mehr. Landraub und die massive Abholzung des Regenwaldes hatten die Gemeinschaft im Bundesstaat Rondônia in Brasilien beinahe vollständig vernichtet. Übrig blieben nur Pugapia und ihre beiden Töchter Aiga und Babawru, die ein isoliertes Dasein im Dschungel führten. In ihrem indigenen Schutzgebiet leben sie in zwei Rundhütten und ernähren sich von Fischfang und Maniokanbau.

Unerwartete Hilfe von Nachbarn

Ihr Lebensraum, das 26.000 Hektar große Schutzgebiet am Omerê-Fluss, ist auch die Heimat der Kanoê, eines weiteren bedrohten indigenen Volkes. Obwohl die beiden Gruppen einst verfeindet waren, waren die drei Akuntsu-Frauen auf die Unterstützung ihrer Nachbarn angewiesen. Trotz kultureller und sprachlicher Unterschiede erhielten sie Hilfe, unter anderem bei der Jagd. Dabei kamen sich die Menschen offenbar näher: Im vergangenen Jahr wurde die etwa 40-jährige Babawru, die jüngste der drei Frauen, von einem Kanoê-Mann schwanger.

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Die Geburt von Baby Aky

Im Dezember kam ihr Baby Aky zur Welt. Für Experten der brasilianischen Indigenen-Behörde Funai ist dies ein Signal der Hoffnung. Deren Chefin Joenia Wapichana (52) nannte das Kind in einer offiziellen Erklärung „eine Hoffnung, dass diese nächste Generation tatsächlich einen Indigenen, einen Akuntsu, umfassen wird und so den Fortbestand dieses Volkes sichert“.

Die Entscheidung gegen Kinder

Die einzige Außenstehende, die sich mit den drei Frauen verständigen kann, ist die Linguistin Carolina Aragon. Sie unterstützte Babawru auch aus der Ferne während der Geburt und war bei einer Ultraschalluntersuchung dabei, die die Schwangerschaft bestätigte. Aragon berichtete, Babawru sei von der Nachricht fassungslos gewesen. „Sie sagte: ‚Wie kann ich schwanger sein?‘“, erinnerte sich Aragon. Babawru habe stets Verhütungsmaßnahmen getroffen.

Die verbliebenen Akuntsu-Frauen hatten sich bewusst gegen Kinder entschieden – nicht nur, weil Männer in ihrer Gemeinschaft fehlten, sondern auch, weil sie ihre Lebensumstände als zu instabil betrachteten und ihre sozialen Beziehungen zusammengebrochen waren. „Doch die Zukunft kann alle überraschen. Ein Junge wurde geboren“, sagt Aragon. Ein neues Leben, eine große Hoffnung: der kleine Aky.

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