Iran richtet drei junge Demonstranten hin: Internationale Empörung über Todesurteile
Iran richtet drei junge Demonstranten hin - Empörung

Iran vollstreckt Todesurteile gegen Demonstranten

Teheran – Der Iran hat im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten erstmals Todesurteile vollstreckt und damit weltweit für Entsetzen gesorgt. Wie der staatliche Rundfunk meldet, wurden drei Männer hingerichtet, die angeblich in Teheran für den Tod von zwei Sicherheitskräften verantwortlich sein sollen.

Unfaire Verfahren und erzwungene Geständnisse

Die drei jungen Männer wurden laut der Nachrichtenplattform „Iran International“ als Mehdi Ghasemi, Saleh Mohammadi und Saeed Davoudi identifiziert. Menschenrechtler schlagen Alarm und sprechen von unfairen Gerichtsverfahren sowie erzwungenen Geständnissen. Mahmood Amiry-Moghaddam von Iran Human Rights (IHRNGO) warnte auf der Plattform X: „Wir sind zutiefst besorgt über das Risiko von Massenhinrichtungen von Protestierenden und politischen Gefangenen im Schatten des Krieges.“

Das Urteil fiel laut Bericht wegen des Vorwurfs des „Mordes und operativer Handlungen“, die angeblich von den USA und Israel gesteuert wurden. Im Iran werden Todesurteile in der Regel durch Erhängen exekutiert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eskalation der Proteste und harte Maßnahmen

Die jüngste Protestwelle gegen das Regime im Iran hatte Ende Dezember 2025 begonnen und sich rasch zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Das autoritäre Regime antwortete mit massiver Gewalt, wobei Sicherheitskräfte brutal gegen Demonstranten vorgingen. Schätzungen zufolge sollen Zehntausende Menschen getötet worden sein.

Bereits Mitte Januar hatte die iranische Justiz harte Maßnahmen gegen festgenommene Demonstranten angekündigt. Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden beschleunigt behandelt – unter dem Vorwurf der „Kriegsführung gegen Gott“, ein Delikt, das im Iran mit dem Tod bestraft werden kann. Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei stellte unmissverständlich klar: Wer Sicherheitskräfte angreife oder Infrastruktur beschädige, werde vor Gericht gestellt.

Historischer Kontext und erschreckende Zahlen

Bereits 2022 hatten landesweite Proteste unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ das Regime zu brutalen Maßnahmen veranlasst. Damals ließen die Mullahs mindestens zwölf Menschen hinrichten. Menschenrechtler werfen dem Iran seit Jahren vor, die Todesstrafe gezielt zur Einschüchterung der Bevölkerung einzusetzen.

Die Zahlen sind erschreckend: Laut dem Menschenrechtsnetzwerk HRANA gab es allein im vergangenen Jahr mehr als 2000 Hinrichtungen – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diese Entwicklung unterstreicht die systematische Anwendung der Todesstrafe als politisches Druckmittel.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation mit großer Sorge, während im Iran weiterhin Proteste aufflammen und das Regime mit repressiven Maßnahmen reagiert. Die Hinrichtungen markieren eine neue Eskalationsstufe in dem anhaltenden Konflikt zwischen der Bevölkerung und den Machthabern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration