Iranerin schildert Befreiungsgefühl bei Bombenangriffen auf Mullah-Regime
Iranerin: Befreiungsgefühl bei Bombenangriffen auf Mullah-Regime

„Ich spüre eine Befreiung“: Iranerin schildert ihre Gefühle bei Bombenangriffen

Seit zehn Tagen führen die USA gemeinsam mit Israel Luftangriffe gegen das Mullah-Regime im Iran. In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos, die zeigen, wie Teile der Bevölkerung bei jedem Treffer auf Einrichtungen des Regimes jubeln. Diese Reaktion wirft eine beunruhigende Frage auf: Wie groß muss die Angst vor dem eigenen Staat sein, wenn Menschen Kriegshandlungen in ihrem Land befürworten?

Ein erschütternder Erfahrungsbericht

Die 53-jährige Sheema Kalbasi liefert mit ihren emotionalen Schilderungen einen tiefen Einblick in diese Realität. Als am 2. März bei einem Angriff in Teheran ein großer Gebäudekomplex der Revolutionsgarden zerstört wurde, veröffentlichte sie auf X bewegende Zeilen, die den Alltag unter der ständigen Bedrohung durch das Regime verdeutlichen.

„Ich war elf Jahre alt“, beginnt Kalbasi ihre Erzählung. „Meine Mutter brachte mich zu einem Augenarzt, als wir genau an dieser Stelle von einer Patrouille der Revolutionsgarde angehalten wurden. Ein paar Strähnen meines Haares waren zu sehen, und meine Hose war mir zu klein geworden.“

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Ihre Mutter flehte die Wachen an, sie nicht mitzunehmen, und erklärte, sie sei für ihr Alter groß gewachsen und man habe noch keine Zeit für neue Kleidung gefunden. „Ich hatte Angst, aber die Angst meiner Mutter war viel größer als meine eigene“, erinnert sich Kalbasi.

Von der Angst zur Befreiung

Viele Jahre sind seit diesem traumatischen Nachmittag vergangen. Doch als sie nun die Zerstörung der Machtzentren des Regimes sieht, überkommt sie ein unerwartetes Gefühl der Erleichterung. „Mitzuerleben, wie ein Terrorregime in Trümmern liegt, fühlt sich an, als würde man nach langer Lähmung wieder laufen lernen“, beschreibt sie ihre Empfindungen.

Weiter schreibt sie: „Als würde man Flügel entfalten und fliegen, als würde einem nach stundenlangem Umherirren in der Sahara endlich Wasser angeboten. Ich spüre eine Befreiung, eine lange im Körper vergrabene Erinnerung beginnt sich endlich zu lösen. In diesem Augenblick scheint das Kind, das ich einst war, wieder zu atmen.“

Eine Mutter, die den Wandel nicht mehr erlebt

Die Erlösung, die die Tochter empfindet, kann ihre Mutter nicht mehr teilen. Sheema Kalbasi erklärt gegenüber Medien: „Sie starb an Brustkrebs. Aber ich bin mir sicher, sie wäre sehr glücklich. Sie verachtete die Islamische Republik.“

Kalbasi selbst konnte als Teenagerin aus dem Iran fliehen, lebte zunächst in Südasien und Europa, bevor sie schließlich in die USA auswanderte. Heute engagiert sie sich für Menschenrechte und Geflüchtete, arbeitet als Dichterin und Übersetzerin.

Ihr Bericht steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler Iranerinnen und Iraner, die unter der Unterdrückung des Mullah-Regimes leiden und die aktuellen militärischen Angriffe als Chance auf Veränderung wahrnehmen. Die emotionale Schilderung macht deutlich, wie tief die Wunden sind, die das Regime in der Bevölkerung hinterlassen hat.

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