UN: Iran seit Kriegsbeginn 21 Hinrichtungen und 3600 Festnahmen
UN: Iran seit Kriegsbeginn 21 Hinrichtungen

Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel vor zwei Monaten hat Iran nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 21 Todesurteile vollstreckt und mehr als 3.600 Personen festgenommen. Dies teilte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk mit. Die Festnahmen erfolgten wegen Vorwürfen der Gefährdung der nationalen Sicherheit. Mindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten im Januar exekutiert worden, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.

UN-Kommissar Türk verurteilt die Maßnahmen

„Ich bin entsetzt, dass die Rechte des iranischen Volkes zusätzlich zu den ohnehin schweren Auswirkungen des Konflikts weiterhin auf harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden“, erklärte Türk. Er forderte die iranischen Behörden auf, alle weiteren Hinrichtungen zu stoppen und willkürlich Inhaftierte freizulassen.

Hinrichtung eines 19-jährigen Ringers

Zu den kürzlich Hingerichteten gehört auch der 19-jährige Kampfsportler Saleh Mohammadi. Er war iranischer Jugendmeister im Ringen und 2024 Mitglied des iranischen U-19-Kaders. Mohammadi vertrat die Islamische Republik bei internationalen Wettkämpfen und wurde von Beobachtern als aufsteigendes Ringer-Talent beschrieben. Ihm wurde vorgeworfen, für den Tod von zwei Sicherheitskräften verantwortlich zu sein.

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Proteste im Januar und ihre Folgen

Bei den regierungsfeindlichen Protesten im Januar hatten die iranischen Behörden Tausende Menschen getötet – es waren die schwersten innenpolitischen Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979. Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights wurden insgesamt mindestens 3.646 Menschen festgenommen, davon mindestens 767 nach Beginn eines Waffenstillstands am 8. April. Viele der Inhaftierten seien verschwunden, gefoltert oder anderweitig misshandelt worden, sagte Türk.

Weitere Menschenrechtsverletzungen

Unter den Gefangenen befinde sich auch die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh. Der Gesundheitszustand der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi habe sich nach einem Herzinfarkt verschlechtert. Im Chabahar-Gefängnis im Südosten des Iran hätten Sicherheitskräfte mindestens fünf Menschen getötet, als diese gegen ausbleibende Essenslieferungen protestiert hätten.

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