Abschiebung abgewendet: 19-jährige Asma Qalandari darf in Deutschland bleiben
Abschiebung abgewendet: Asma Qalandari darf bleiben

Abschiebung in letzter Minute verhindert: Asma Qalandari darf in Deutschland bleiben

In einer emotionalen Wende hat die 19-jährige Afghanin Asma Qalandari aus Templin ihre drohende Abschiebung abwenden können. Die junge Frau, die seit etwa fünf Jahren mit ihrer Familie in der Uckermark lebt, hatte Anfang Februar einen Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erhalten, der ihre Abschiebung nach Griechenland innerhalb von nur sieben Tagen ankündigte.

Spontane Hilfsaktion bringt die Wende

Die Nachricht von der drohenden Abschiebung löste eine bemerkenswerte Welle der Solidarität aus. Jörg Mai, Gastwirt der Templiner Kneipe „Zur Schranke“, in der Asma als Servicekraft beschäftigt ist, ergriff sofort die Initiative. „Die Abschiebung wäre unlogisch gewesen“, betont Mai. „Asma und ihre Geschwister besuchen hier die Schule, sie will nach dem Abitur Medizin studieren. Die Familie ist seit Jahren hier integriert.“

Über einen öffentlichen Hilferuf im Nordkurier erreichten Mai unzählige Unterstützungsangebote. „Die Reaktionen waren phänomenal“, berichtet der Gastwirt. „Ich bin noch immer ganz gerührt von der Hilfsbereitschaft.“ Neben Spendenangeboten meldeten sich Anwälte mit rechtlichen Tipps, es wurde sogar die Möglichkeit eines Kirchenasyls in Betracht gezogen. Bemerkenswert: Sogar der Betreiber eines deutschen Buchverlags in Japan nahm Kontakt auf.

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Politische Intervention auf mehreren Ebenen

Parallel zur zivilgesellschaftlichen Mobilisierung schalteten sich auch Lokalpolitiker ein. Harald Engler, Vorsitzender der Fraktion UBW in der Templiner Stadtverordnetenversammlung, kontaktierte umgehend Landtagsabgeordnete und Kreisverwaltung. „Ich freue mich für die junge Frau, dass sie nicht wie angekündigt abgeschoben wurde“, erklärt Engler.

Die Templiner Landrätin Karina Dörk (CDU) hatte erst durch den Zeitungsbeitrag vom Schicksal der 19-Jährigen erfahren. Ihre Pressesprecherin Ramona Fischer teilte mit, der Landkreis prüfe alle Möglichkeiten, um für Abhilfe zu sorgen. Engler berichtet von intensiven Kontakten: „Wir alle waren ständig im Austausch, damit Asma Qalandari geholfen wird. Es wurden Schreiben an die Landesregierung aufgesetzt.“

Perspektiven für die Zukunft

Die Anstrengungen zeigten schließlich Erfolg. Verschiedene Ansprechpartner aus Politik und Verwaltung versicherten Jörg Mai, dass die Abschiebung aller Voraussicht nach verhindert werden konnte. „Asma erfüllt wohl alle Voraussetzungen, ihren Traum in Deutschland zu verwirklichen“, so Mai. Die Einbürgerung sei das nächste Ziel.

Für Asma Qalandari bedeutet dies nach aufwühlenden Tagen der Angst nun wieder Normalität. Sie wird weiterhin die Schule besuchen und täglich vom Oberstufenzentrum Zehdenick nach Templin pendeln. Ihre Familie, die zunächst im griechischen Flüchtlingslager Moria auf Lesbos lebte, bevor sie vor etwa fünf Jahren in die Uckermark kam, kann nun auf eine stabile Zukunft in Deutschland hoffen.

Die spontane Hilfsaktion in Templin zeigt, wie zivilgesellschaftliches Engagement und politischer Einsatz gemeinsam menschliche Schicksale positiv beeinflussen können. Jörg Mai möchte sich bei allen Unterstützern bedanken: „Wir konnten in so kurzer Zeit so viel bewegen.“

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