Abschiebung in letzter Minute verhindert: Templiner Solidarität zeigt Wirkung
Die 19-jährige Asma Qalandari aus Templin kann aufatmen. Nach einem Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der ihr nur sieben Tage bis zur Abschiebung ließ, zeichnet sich nun eine positive Lösung ab. Ein breites Bündnis aus Politikern, Unterstützern und der Verwaltung hat sich erfolgreich für die junge Afghanin eingesetzt.
Phänomenale Hilfsbereitschaft nach öffentlichem Appell
Auslöser der Rettungsaktion war der Hilferuf von Gastwirt Jörg Mai, der Asma in seiner Kneipe „Zur Schranke“ beschäftigt. Nachdem der Nordkurier über die drohende Abschiebung berichtete, gingen unzählige Unterstützungsangebote ein. „Die Reaktionen waren phänomenal. Ich bin noch immer ganz gerührt“, sagte Mai am Dienstag. Die Hilfsbereitschaft reichte von Spendenangeboten über rechtliche Tipps von Anwälten bis hin zur Prüfung eines Kirchenasyls.
Sogar aus Japan meldete sich der Betreiber eines deutschen Buchverlags. Mai betonte: „Wir konnten in so kurzer Zeit so viel bewegen.“ Neben ihm engagierten sich besonders der Taxifahrer Klaus-Peter Tiedt und der Lokalpolitiker Harald Engler, der sofort Kontakt zu Landtagsabgeordneten und dem Landkreis aufnahm.
Politisches und verwaltungstechnisches Engagement
Harald Engler, Vorsitzender der Fraktion UBW in der Templiner Stadtverordnetenversammlung, kontaktierte umgehend die Landtagsabgeordneten Ellen Fährmann (CDU) und Reinhard Simon (fraktionslos) sowie Henryk Wichmann, den Zweiten Beigeordneten des Landkreises Uckermark. „Wir alle waren ständig im Kontakt, damit Asma Qalandari geholfen wird. Es wurden Schreiben an die Landesregierung aufgesetzt“, berichtete Engler.
Landrätin Karina Dörk (CDU) erfuhr erst durch den Zeitungsbeitrag vom Schicksal der 19-Jährigen. Pressesprecherin Ramona Fischer teilte mit, dass der Landkreis prüfen werde, welche Möglichkeiten bestehen, um Abhilfe zu schaffen. Diese schnelle Reaktion der Verwaltung unterstrich die Dringlichkeit der Situation.
Menschliche und logische Gründe gegen die Abschiebung
Jörg Mai wies darauf hin, dass die Abschiebung nicht nur menschlich bedauernswert, sondern auch unlogisch gewesen wäre. Die Familie lebt seit etwa fünf Jahren in der Uckermark, Asma und ihre Geschwister besuchen die Schule. Die 19-Jährige strebt nach dem Abitur ein Medizinstudium an.
Das Bamf wollte sie laut Bescheid allein nach Griechenland abschieben, wo die Familie zuerst die EU erreichte und mehrere Jahre im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos lebte. Mai erklärte: „Asma erfüllt wohl alle Voraussetzungen, ihren Traum in Deutschland zu verwirklichen.“ Das nächste Ziel sei nun die Einbürgerung.
Positive Aussichten für die Zukunft
Nach den aufwühlenden Tagen der Angst kann Asma Qalandari nun wieder zur Schule gehen und täglich vom Oberstufenzentrum Zehdenick nach Templin pendeln. Die gemeinsame Anstrengung der Templiner Gemeinschaft hat nicht nur eine Abschiebung verhindert, sondern auch ein starkes Zeichen für Solidarität und Integration gesetzt.
Die Geschichte zeigt, wie lokales Engagement und politischer Wille zusammenwirken können, um in humanitären Notlagen positive Veränderungen zu bewirken. Asmas Fall wird weiterhin von ihren Unterstützern begleitet, die sich für ihre dauerhafte Bleibeperspektive einsetzen.



