Nach tödlichem Polizeieinsatz in Dortmund: Brüder des Senegalesen Dramé droht Abschiebung
Brüder von getötetem Senegalesen sollen Deutschland verlassen

Nach tödlichem Polizeieinsatz: Brüder des Senegalesen Dramé droht Abschiebung aus Dortmund

Der Senegalese Mouhamed Dramé starb am 8. August 2022 im Garten einer Dortmunder Flüchtlingseinrichtung durch fünf Schüsse aus einer Maschinenpistole. Ein Polizist hatte abgedrückt. Das Landgericht Dortmund sprach den Schützen und vier mitangeklagte Kollegen später frei, da eine unmittelbare Gefahr bestanden habe. Der Fall löste eine breite Debatte über den Umgang mit psychisch kranken Geflüchteten und Polizeieinsätze aus.

Juristischer Streit um Bleiberecht der Brüder

Jetzt droht den beiden Brüdern des Getöteten, Sidy und Lassana Dramé, die Abschiebung aus Deutschland. Die 39- und 26-jährigen Männer waren als Nebenkläger nach Dortmund gekommen, um den Prozess zu verfolgen. In einem offenen Brief, der am Dienstag veröffentlicht wurde, fordern Unterstützer, darunter Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie der Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann, dass die Brüder bleiben dürfen. Sie argumentieren, dass ihre Präsenz für die weitere Begleitung des Revisionsverfahrens essenziell sei.

Laut einer Pressemitteilung verfügen die Brüder aktuell über keinen Aufenthaltstitel mehr und leben in erheblicher Unsicherheit. Das Dortmunder Amt für Migration schlug in einem Schreiben vom 13. Januar 2026 stattdessen eine Frist zur Ausreise vor. Bei Nichtbefolgung drohe eine zwangsweise Abschiebung in den Senegal oder ein anderes aufnahmebereites Land.

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Revisionsverfahren und Forderungen der Unterstützer

Staatsanwaltschaft und Nebenklage haben Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, doch ein Entscheidungstermin steht noch aus. Die Behörde argumentiert, dass die Begleitung des Verfahrens auch aus dem Ausland möglich sei. Die Unterstützer fordern neben einer langfristigen Verlängerung des Aufenthalts auch eine Arbeitserlaubnis für die Brüder. Der Fall unterstreicht die komplexen rechtlichen und humanitären Fragen im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen und Migrationspolitik.

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