Hunderte Migranten erreichen Kreta: Schleuser nutzen ruhiges Mittelmeer für Überfahrten
Auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta sind erneut zahlreiche Migranten eingetroffen. Seit Sonntag zählte die Küstenwache nach eigenen Angaben 369 Menschen, die überwiegend aus Libyen übergesetzt waren. Die Behörden gehen davon aus, dass sich weitere Boote auf dem Weg befinden, da Schleuser das derzeit außergewöhnlich ruhige Wetter auf See ausnutzen. Starke Winde über dem Mittelmeer sind aktuell kaum gemeldet, was die Überfahrten begünstigt.
Rettungseinsätze mit internationaler Beteiligung
An den Rettungseinsätzen beteiligten sich mehrere Schiffe der griechischen Küstenwache. Unterstützung kam zudem von der EU‑Grenzschutzagentur Frontex, die Drohnen zur Aufklärung einsetzte. In einem Fall half auch ein Schiff der französischen Marine bei der Bergung der Menschen, wie aus Kreisen der Küstenwache verlautete. Diese koordinierte Aktion unterstreicht die wachsende Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in der Migrationskrise.
Kreta als zentrales Ziel für irreguläre Migration
Kreta hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Ziel für Migranten entwickelt, die irregulär von Libyen aus nach Griechenland und damit in die Europäische Union gelangen wollen. Im Jahr 2025 erreichten nach offiziellen Angaben rund 20.000 Menschen die Insel. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende Herausforderung für die griechischen und europäischen Behörden.
Tödliche Vorfälle und humanitäre Krisen
Im März kam es vor der Insel Kreta bereits zu einem tödlichen Unglück. Tagelang trieb ein Schlauchboot mit Dutzenden Migranten über das Mittelmeer. »Während der Fahrt verloren die Passagiere die Orientierung und blieben sechs Tage ohne Nahrung und Wasser auf hoher See«, erklärte die griechische Küstenwache damals. 22 Menschen sind dabei offenbar gestorben. Überlebende berichteten der Küstenwache, die Leichen seien »auf Befehl eines Schleppers ins Meer geworfen« worden. Solche Vorfälle werfen ein grelles Licht auf die Gefahren und humanitären Missstände, mit denen Migranten auf ihrer Reise konfrontiert sind.
Die aktuelle Situation unterstreicht die Dringlichkeit einer koordinierten europäischen Antwort auf die Migration über das Mittelmeer, um sowohl die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten als auch die Schleuserkriminalität einzudämmen.



