Vorfall in Kalifornien: ICE-Beamte verletzen Mann durch Schüsse
Beamte der amerikanischen Einwanderungs- und Zollkontrollbehörde ICE haben am Dienstag in Kalifornien einen Mann durch Schüsse verletzt. Der Vorfall ereignete sich in Patterson, einer Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern im San Joaquin Valley, ungefähr 145 Kilometer südöstlich von San Francisco gelegen. Nach Angaben der Behörde soll der Betroffene versucht haben, einen der Beamten mit seinem Fahrzeug zu rammen, woraufhin die ICE-Mitarbeiter das Feuer eröffneten.
Details zum Vorfall und Hintergründe
ICE-Direktor Todd Lyons schilderte den Ablauf wie folgt: "Als die Beamten sich dem Auto näherten, setzte das gesuchte Mitglied einer Gang sein Fahrzeug als Waffe ein, um einen Beamten zu überfahren. Entsprechend ihrer Ausbildung gaben unsere Beamten defensive Schüsse ab, um sich selbst, ihre Kollegen und die Öffentlichkeit zu schützen." Der angeschossene Mann stammt laut ICE aus El Salvador und hielt sich illegal in den Vereinigten Staaten auf. Er wurde im Zusammenhang mit einem Mordfall zur Befragung gesucht. Die Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen.
Die Nachrichtenagentur Reuters gab an, die ICE-Erklärung zu dem Geschehen in Patterson nicht unabhängig überprüfen zu können. Dies wirft Fragen zur Transparenz und Glaubwürdigkeit der Schilderungen auf.
Weitere Vorfälle und politischer Kontext
Erst am Montag veröffentlichte die Stadt Minneapolis ein Video, das einen Vorfall aus dem Januar zeigt. Dabei verfolgten ICE-Beamte einen venezolanischen Mann zu seiner Wohnung, wo es zu einem Handgemenge kam. Ein weiterer Venezolaner wurde dabei angeschossen, allerdings nicht tödlich. Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem die Bundesbehörden zuvor alle Anklagen gegen die beiden Männer fallen gelassen hatten. Das Video, das den Ermittlern bereits kurz nach dem Vorfall vorlag, lässt nun Zweifel aufkommen, ob ICE-Beamte während der Ermittlungen unter Eid falsche Angaben gemacht haben.
Das US-Heimatschutzministerium teilte im Januar mit, dass ICE-Beamte im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump 66 Angriffe mit Fahrzeugen gegen sich erlebten. Im Vergleich dazu gab es im Vorjahr lediglich zwei solcher Vorfälle. Diese Zahlen verdeutlichen eine zunehmende Gefährdungslage für die Beamten und werfen ein Schlaglicht auf die hitzige Debatte um die US-Einwanderungspolitik.
Der Vorfall in Kalifornien reiht sich somit in eine Serie von Zwischenfällen ein, die die Arbeitsbedingungen und Methoden der Einwanderungsbehörde ICE kontrovers diskutieren lassen. Die Ermittlungen der FBI werden nun klären müssen, ob der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war und welche weiteren Umstände zu dem Zwischenfall führten.



