Kirche kritisiert geplante Kürzungen bei Integrationskursen für ukrainische Geflüchtete
Kirche kritisiert Kürzungen bei Integrationskursen für Ukrainer

Kirche warnt vor Kürzungen bei Integrationskursen für ukrainische Geflüchtete

Das Bundesinnenministerium plant deutliche Einsparungen bei den Integrationskursen für Geflüchtete. Diese Maßnahme stößt auf scharfe Kritik der katholischen Kirche, insbesondere weil sie ukrainische Schutzsuchende besonders hart treffen würde.

Bischof Wilmer: "Erfolge nicht konterkarieren"

Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich am Ende der Frühjahrsvollversammlung in Würzburg besorgt über die geplanten Kürzungen. "Wir wissen aus den ukrainischen Gemeinden, dass viele Geflüchtete hier gesellschaftliche Teilhabe anstreben", betonte der Bischof von Hildesheim. Die Arbeitsmarktintegration von Ukrainern in Deutschland sei mittlerweile deutlich vorangekommen.

Wilmer unterstrich: "Gerade deshalb möchte ich heute betonen: Solche Erfolge sollte man politisch nicht konterkarieren, indem man den Zugang zu Integrationskursen erschwert und weitere bürokratische Hürden errichtet." Die Integration scheitere nicht am guten Willen der ukrainischen Geflüchteten, sondern an strukturellen Hindernissen.

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Fast jeder dritte Kursteilnehmer kommt aus der Ukraine

Die Dimension des Themas wird durch aktuelle Zahlen deutlich: Derzeit laufen bundesweit etwa 19.500 Integrationskurse mit rund 300.000 Teilnehmern. 31 Prozent dieser Teilnehmer sind ukrainische Geflüchtete – fast jeder Dritte. Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) plant jedoch, die Kurse künftig nur noch für Menschen mit "positiver Bleibeperspektive" anzubieten.

Integration als Friedensdienst

Bischof Wilmer ging in seiner Kritik noch weiter: "Arbeit mit Flüchtlingen ist Friedensdienst", erklärte er. Die Art und Weise, wie Geflüchtete in Deutschland aufgenommen werden, habe erheblichen Einfluss auf die Verarbeitung kriegsbedingter Traumatisierungen.

"Dies wird die Fähigkeit der Ukraine zum Wiederaufbau und zur kulturellen Erneuerung nach dem Krieg erheblich beeinflussen", warnte Wilmer. Eine gelungene Integration in Deutschland könne somit direkt zum Wiederaufbau der Ukraine beitragen.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Allgemein zum Thema Integrationskurse sagte Wilmer: "Das Thema ist schwierig, aber wir müssen alles tun, um die Menschen, die zu uns kommen, zu integrieren. Sprache ist der Schlüssel." Ohne ausreichende Sprachkenntnisse bleibe die gesellschaftliche Teilhabe für viele Geflüchtete unerreichbar.

Die geplanten Kürzungen würden genau diesen Schlüssel zur Integration für tausende ukrainische Geflüchtete schwerer zugänglich machen. Die Kirche positioniert sich damit deutlich gegen die Sparpläne des Bundesinnenministeriums und fordert stattdessen eine Stärkung der Integrationsangebote.

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