Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland ist im April 2026 deutlich gesunken. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums stellten lediglich 6.144 Menschen erstmals einen Asylantrag – ein Rückgang um knapp ein Drittel im Vergleich zum April 2025, als 9.108 Anträge registriert wurden.
Europäischer Trend bestätigt sich
Diese Entwicklung steht im Einklang mit einem EU-weiten Trend: Im Jahr 2025 wurden in der gesamten Europäischen Union rund 780.200 Asylanträge gestellt, etwa ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wertet die sinkenden Zahlen als Erfolg seiner Politik. Er hatte die von seiner Vorgängerin Nancy Faeser (SPD) eingeführten Grenzkontrollen an allen deutschen Landesgrenzen im Mai 2025 verschärft und die Bundespolizei angewiesen, Asylbewerber – mit Ausnahmen für Kranke, Schwangere und Schutzbedürftige – zurückzuweisen.
Dobrindt: „Migrationswende“ erreicht
Der Minister sieht sich in seinem Kurs bestätigt und erklärte: „Wir haben aus einer Migrationswelle die Migrationswende gemacht.“ Die Bundesregierung setze auf Kontrolle und arbeite an einem neuen europäischen Migrationspakt, um die illegale Migration weiter zu reduzieren.
EU-Asylreform tritt im Juni in Kraft
Am 12. Juni 2026 tritt die lang umkämpfte europäische Asylreform in Kraft. Die EU-Staaten hatten sich zuvor auf zusätzliche Verschärfungen geeinigt. Dazu gehört, dass Mitgliedstaaten Migranten künftig einfacher in Drittstaaten abschieben können, selbst wenn keine enge Verbindung zu diesen Ländern besteht. Bislang war eine solche Verbindung – etwa durch Familienangehörige oder längeren Aufenthalt – erforderlich. Künftig reicht ein entsprechendes Abkommen zwischen dem EU-Staat und dem Drittland aus.
Zudem wurde eine EU-weite Liste sogenannter sicherer Herkunftsstaaten beschlossen. Diese umfasst Marokko, Tunesien, Ägypten, Kosovo, Kolumbien, Indien und Bangladesch. Abschiebungen in diese Länder sollen beschleunigt werden, allerdings prüfen die Behörden weiterhin individuell die Asylgründe.



