Linken-Chef Jan van Aken tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück – Wer folgt nach?
Jan van Aken verlässt Linken-Vorsitz – Suche nach Nachfolge

Jan van Aken verlässt die Doppelspitze der Linken – Gesundheit geht vor

Der Co-Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken, hat seinen Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt. Aus gesundheitlichen Gründen wird der Hamburger beim anstehenden Bundesparteitag im Juni in Potsdam nicht erneut für das Amt kandidieren. Van Aken betonte jedoch, dass es sich um keine lebensbedrohliche Erkrankung handle, sondern dass er einfach „auf sich aufpassen“ müsse. Bis zum Parteitag bleibt er gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner im Amt.

Ein fulminantes Comeback und plötzlicher Abschied

Van Akens Rücktrittsankündigung kommt in einer Phase, in der die Linke nach schwierigen Jahren ein bemerkenswertes Comeback erlebt hat. Unter der Führung des Duos van Aken/Schwerdtner gelang der Partei bei der Bundestagswahl 2025 der Wiedereinzug in den Bundestag mit satten 8,8 Prozent der Stimmen. Aktuelle Umfragen sehen die Linke sogar bei zehn bis elf Prozent. Die Mitgliederzahlen explodierten quasi und haben sich binnen weniger Monate auf über 120.000 Menschen verdoppelt.

Ines Schwerdtner reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Nachricht. „Die Gesundheit geht vor, auch vor gemeinsame politische Projekte“, erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sie lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit und betonte: „Der gemeinsame Erfolg wird bleiben.“ Zugleich drückte sie ihre Trauer aus und dankte van Aken mit den Worten: „Danke dir, Jan, schon jetzt. Es wäre mit keinem anderen möglich gewesen.“

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Die Suche nach einer neuen Spitze beginnt

Wie es an der Parteispitze weitergeht, ist derzeit noch völlig offen. Ein Parteisprecher wollte über mögliche Nachfolgeszenarien nicht spekulieren. Denkbar ist, dass Schwerdtner mit einer anderen Person als neuem Co-Vorsitzenden antritt. In den kommenden Tagen dürfte sich ein Feld von Kandidatinnen und Kandidaten formieren, die sich für die Position interessieren. Unbestritten ist, dass van Aken als prägende und integrierende Figur an der Spitze der Linken fehlen wird.

Van Aken selbst äußerte sich in einer persönlichen Erklärung: „Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte.“ Er dankte Schwerdtner für die produktive Zusammenarbeit und zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der Partei: „Ich finde, die Partei ist auf einem guten Weg.“ Die Linke habe bei allen vier Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt, auch wenn sie bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Markenzeichen und politisches Erbe

Jan van Aken wurde bekannt durch sein markantes Auftreten – oft im schwarzen „Tax-the-rich“-T-Shirt – und seine pointierten Sprüche wie „Mein Name ist Jan van Aken und ich finde, es sollte keine Milliardäre geben!“. Mit provokanten Aktionen wie der „Banane gegen Christian Lindner“ oder der Verlosung von Plätzen im Schützengraben gegen eine Wehrpflicht per Los erregte er immer wieder mediale Aufmerksamkeit.

Doch neben der öffentlichkeitswirksamen Seite spielte van Aken auch eine ernsthafte politische Rolle innerhalb der Partei. Insbesondere im Dauerstreit über das Thema Antisemitismus positionierte er sich klar. Als Augenzeuge des Terrorangriffs der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 rief er immer wieder Parteigenossen zur Ordnung, wenn es um das Existenzrecht Israels ging. Zuletzt im März nach einem umstrittenen Beschluss des Landesverbands Niedersachsen zum Thema Zionismus.

Van Aken betonte in seiner Abschiedserklärung: „Die anderen Parteien fangen an, bei uns abzuschreiben.“ Themen wie Mietendeckel und Vermögensteuer habe die Linke bundesweit stark gemacht. Er sei zuversichtlich, dass die Partei in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen werde. Abschließend bekräftigte er: „Im Übrigen bin ich noch immer der Meinung, dass es keine Milliardäre geben sollte.“

Van Aken wird nicht komplett aus der Politik verschwinden. Sein Bundestagsmandat will er bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben und der Partei auch weiterhin zur Verfügung stehen.

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