FDP-Vorsitz: Kubicki kandidiert nach Lindners Drängen für Rettungsmission
Kubicki kandidiert für FDP-Vorsitz nach Lindners Drängen

FDP in der Krise: Wolfgang Kubicki bewirbt sich um den Parteivorsitz

Wolfgang Kubicki (74) hat seine Kandidatur für den Vorsitz der Freien Demokratischen Partei angekündigt. In einem klaren Interview sprach der erfahrene Liberale von einer Partei, die am Boden liege und in Umfragen nur noch bei zwei bis drei Prozent dümple. „Durch Selbstbeschäftigung wird das nicht besser“, erklärte Kubicki und forderte, dass die FDP wieder aktiv in den politischen Meinungskampf eingreifen müsse.

Lindners entscheidende Rolle bei der Kandidatur

Brisant ist die Rolle des ehemaligen Parteichefs Christian Lindner (47). Kubicki gab zu, dass Lindner ihm den „letzten Kick“ für die Kandidatur gegeben habe. Der Ex-Vorsitzende habe gewarnt, dass die FDP ohne dieses Engagement am Ende sei. Kubicki reagierte mit spöttischem Unterton: Lindner verdiene nun gut in der Wirtschaft und schiebe den Kinderwagen durch den Park, aber in der Sache habe er recht. „Jemand muss jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen“, so der 74-Jährige.

Übergangslösung mit klarem Ziel

Kubicki betonte, dass er sich nicht als Messias, sondern als „Verkünder“ einer verlorenen Botschaft sehe. Die FDP habe zwar Hoffnung zu bieten, sei aber kaum noch wahrnehmbar. Der langjährige Parteisoldat – seit 56 Jahren Mitglied – bietet an, ein Jahr lang seine ganze Kraft in den Dienst der Partei zu stellen. „Ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber ich will, dass sie überhaupt eine hat“, erklärte er. Es handele sich um eine Übergangslösung, kein Dauerprojekt.

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Inhaltliche Positionen und interne Kritik

Inhaltlich fordert Kubicki mehr klare Kante von den Liberalen:

  • Stärkere Positionierung zur schwächelnden Wirtschaft
  • Klarere energiepolitische Aussagen
  • Kritik am aus seiner Sicht übergriffigen Staat

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt er kategorisch aus. Auf interne Kritik, etwa von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, reagierte Kubicki gewohnt bissig: Lieber ein „altes Schlachtross als ein lahmes Steckenpferd“. Jüngeren Kräften traut er den Vorsitz aktuell nicht zu.

Zeitplan und Erfolgskriterien

Sein Ziel ist eindeutig: Die FDP muss schnell wieder über die Fünf-Prozent-Hürde kommen. Gelingt dies nicht bis 2027, will Kubicki einen Schlussstrich ziehen. Bis dahin gilt für ihn das Motto: Alles oder nichts. Der Druck in der Partei wächst nach dem Rücktritt der bisherigen Spitze – zahlreiche Stimmen hätten ihn zur Kandidatur gedrängt, wie Kubicki gegenüber dem „Tagesspiegel“ bestätigte.

Kubicki betonte, dass Politik keine Frage der Jahre, sondern des Willens sei. Trotz seines Alters von 74 Jahren fühle er sich bereit für diese Herausforderung. Er könne nicht tatenlos zusehen, wie die Partei, der er seit mehr als einem halben Jahrhundert angehört, untergeht. Die Ankündigung fiel ausgerechnet an Ostern – symbolträchtig für die von Kubicki angestrebte Auferstehung der Liberalen.

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