Linksfraktionsvize Luigi Pantisano bewirbt sich um Parteivorsitz der Linken
Pantisano kandidiert für Vorsitz der Linken

Linksfraktionsvize Pantisano bewirbt sich für Parteivorsitz

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Luigi Pantisano, hat seine Bewerbung für den Parteivorsitz der Partei Die Linke angekündigt. Der 46-jährige Abgeordnete möchte damit die Nachfolge des scheidenden Co-Chefs Jan van Aken antreten, der aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug erklärt hat. Die Wahl soll auf einem Parteitag im Juni in Potsdam erfolgen.

Pantisano: "In großer Demut"

"Ich gehe diesen Schritt in großer Demut", erklärte Pantisano auf seiner Website. Er betonte, dass sich die Linke unter der Führung von Jan van Aken und Ines Schwerdtner erneuert und stabilisiert habe. Mehr als 70.000 Menschen seien neu in die Partei eingetreten. "Gemeinsam haben wir uns vorgenommen, die Linke zur organisierenden Klassenpartei zu machen", so Pantisano weiter. Die Partei wolle jene zurückgewinnen, die von der Politik enttäuscht und wütend seien. "Hier möchte ich anschließen und den nächsten Schritt gehen."

Biografischer Hintergrund und politische Erfahrung

Luigi Pantisano vertritt als Bundestagsabgeordneter die Region Stuttgart und Konstanz. Seine Eltern kamen 1979 aus Italien nach Deutschland, um ihren vier Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie arbeiteten in Fabriken und "stellten die Bücher her, die sie selbst nie lesen durften", wie Pantisano schreibt. Durch ihre Arbeit ermöglichten sie ihren Kindern ein Studium. "Ich bin stolz darauf, als Kind aus einem Arbeiterhaushalt mit Migrationsgeschichte studiert zu haben", erklärte der Politiker.

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Unterstützung von Schwerdtner und Ausschluss Reichinneks

Die verbleibende Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner begrüßte die Kandidatur Pantisanos ausdrücklich. "Ich freue mich sehr, dass Luigi Pantisano sich bereit erklärt, für die Partei Verantwortung zu übernehmen", sagte sie. Als wachsende Partei brauche die Linke jede Kraft. "Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Partei, im Bundestag und in der Kommunalpolitik bringt er wichtige Fähigkeiten mit, um die Partei weiter gut aufzustellen."

Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek schloss hingegen eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz aus. Im ZDF-"Morgenmagazin" erklärte sie, sie sei mit ihrer aktuellen Position ausgelastet. "Wenn man Fraktions- und Parteivorsitz wirklich vernünftig ausführen will, dann kann man nicht beides machen, davon bin ich überzeugt. Also ich bleibe Fraktionsvorsitzende."

Hintergrund: Die Entwicklung der Linken unter van Aken und Schwerdtner

Ursprünglich hatte Jan van Aken angekündigt, erneut mit Ines Schwerdtner für den Parteivorsitz zu kandidieren. Beide waren im Oktober 2024 als Doppelspitze gewählt worden, als die Partei mit Umfragewerten von nur noch zwei bis drei Prozent in einer tiefen Krise steckte. Dem Duo gelang jedoch eine bemerkenswerte Wende für die Linke. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Partei mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein. Allerdings scheiterte die Linke bei den jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde.

Pantisano über van Aken: "Ein großartiger Vorsitzender"

In einem Interview mit der ARD würdigte Pantisano die Arbeit seines Vorgängers: "Jan war ein großartiger Vorsitzender." Die gemeinsame Linie mit Schwerdtner sei richtig und erfolgreich gewesen. "Diesen Weg, den sie begonnen haben, möchte ich jetzt weitergehen und weiterentwickeln." Der Politiker betonte damit die Kontinuität in der Parteiführung trotz des personellen Wechsels an der Spitze.

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