Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Champions-League-Spiel des FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain ist dem Streamingdienst DAZN gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Pay-TV-Piraterie gelungen. Nach einer gerichtlichen Anordnung müssen Internetprovider die Webseite „livetv.sx“ sperren, die als „die größte illegale Sport-Streaming-Plattform in Deutschland“ gilt, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Organisationen heißt. Von dieser Entscheidung profitieren auch andere Pay-TV-Anbieter wie Sky, MagentaTV und RTL+, deren Inhalte ebenfalls illegal auf der Plattform verbreitet wurden.
Juristischer Erfolg gegen Sportpiraterie
DAZN und die DFL werteten den Gerichtsbeschluss als „bedeutenden juristischen Erfolg im Kampf gegen den Diebstahl von Inhalten“ und als „wichtigen Meilenstein im Vorgehen gegen groß angelegte, organisierte Sportpiraterie in Deutschland“. Die Plattform „livetv.sx“ war laut Mitteilung „seit mehr als 13 Jahren aktiv, verzeichnete Millionen Aufrufe und steht Schätzungen zufolge für einen erheblichen Anteil des illegalen Sport-Streaming-Konsums in der gesamten DACH-Region“ – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der illegalen Seite wurden unter anderem Spiele der Champions League und der Bundesliga gestreamt, ohne dass ein reguläres Abonnement der Pay-TV-Anbieter erforderlich war.
Weitere rechtliche Schritte geplant
Die Sperrung der Webseite basiert auf einem Urteil des Landgerichts Köln. „Weitere rechtliche Schritte gegen verbundene Ableger werden derzeit geprüft“, erklärten der Sender und die Liga. DAZN und die DFL kündigten an, weiterhin in rechtliche, technische und branchenübergreifende Maßnahmen zu investieren, um Piraterie zu bekämpfen. Der Fall wurde über die CUII (Clearingstelle für Internetpiraterie in Deutschland) koordiniert, an der sich die DFL und DAZN unter anderem durch die Bereitstellung von Daten und Analysen beteiligten. Ziel des Verfahrens war es, Rechteinhaber, Partner und Fans vor den erheblichen Risiken und Schäden zu schützen, die durch diese kriminellen Aktivitäten entstehen.
DAZN bezeichnete das Urteil als klares Signal an die „Piraterie-Szene: Organisierter Diebstahl von Inhalten wird in Deutschland konsequent verfolgt“. Die DFL und DAZN wollen ihre Zusammenarbeit verstärken, um ähnliche illegale Angebote zu identifizieren und rechtlich zu bekämpfen. Mit der Sperrung von „livetv.sx“ ist ein wichtiger Schritt getan, doch die Betreiber der Plattform versuchen möglicherweise, über Ableger oder neue Domains weiterhin illegale Streams anzubieten. Die Behörden und Rechteinhaber bleiben wachsam.



