Demokratie-Index aus Schweden: Besorgniserregende globale Entwicklung
Ein aktueller Bericht der schwedischen Universität Göteborg zeichnet ein alarmierendes Bild der weltweiten Demokratie-Entwicklung. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Demokratie-Index war die Demokratie im Jahr 2025 in fast jedem vierten Land weltweit auf dem Rückzug. Die Forscher des Instituts Varieties of Democracy untersuchten dabei 179 Länder anhand von 600 verschiedenen Einzel-Indikatoren mit Hilfe sogenannter Länder-Experten.
Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit in Gefahr
Den größten globalen Rückgang stellten die Wissenschaftler in Bezug auf die Meinungsfreiheit fest. Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung seien in vielen Ländern zunehmend in Gefahr, heißt es in dem Bericht, der seit 2017 jährlich veröffentlicht wird. Die Untersuchung basiert auf den Einschätzungen von mehr als 4.000 Experten, die zu Demokratie-Indikatoren in ihren jeweiligen Ländern befragt werden.
Besonders dramatische Entwicklung in den USA
In Westeuropa und Nordamerika habe sich der Zustand der Demokratie 2025 auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 50 Jahren befunden. Als Hauptgrund nennen die Forscher die fortschreitende Autokratisierung in den USA unter Präsident Donald Trump. Die zweite Amtszeit Trumps lasse sich als rasche und aggressive Konzentration der Macht im Präsidentenamt zusammenfassen.
Die Demokratie in den USA verschlechtere sich in beispiellosem Tempo, so die Analyse. Die US-Regierung untergrabe institutionalisierte Kontrollmechanismen, politisiere den öffentlichen Dienst und die Aufsichtsbehörden und schüchtere die Justiz ein. Zudem gebe es Angriffe auf Presse, Wissenschaft, Bürgerrechte und abweichende Meinungen.
Deutschland auf Platz 15 im Ranking
Im Demokratie-Index der Forscher rutschten die USA innerhalb eines Jahres dramatisch vom 20. auf den 51. Platz ab. Die vorderen Plätze belegen traditionell demokratisch starke Nationen:
- Platz 1: Dänemark
- Platz 2: Schweden
- Platz 3: Norwegen
Deutschland belegt in diesem Ranking den 15. Platz und gehört damit weiterhin zu den stabilen Demokratien weltweit. Der Bericht unterstreicht jedoch, dass die demokratischen Grundwerte global unter Druck stehen und besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.



