Heinz Pfennig, ein Münchner, blickt auf eine bewegte Familiengeschichte zurück. Sein Großvater war der letzte Reichspatentamtspräsident der Weimarer Republik. Dessen mutige Rebellion gegen die Nationalsozialisten kostete ihn nicht nur den Posten, sondern prägte auch das Schicksal seiner Familie. Pfennig erinnert sich an einen besonderen Mann und spricht über eine Hakenkreuzflagge, ein Kinderfahrrad und ein Stück Münchner Zeitgeschichte.
Der Großvater: Ein Mann mit Prinzipien
Der Großvater von Heinz Pfennig, dessen Namen er stolz trägt, war eine respektierte Persönlichkeit in der deutschen Patentlandschaft. Als Präsident des Reichspatentamts in der Weimarer Republik genoss er hohes Ansehen. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich alles. Er weigerte sich, den neuen Machthabern zu folgen und stellte sich gegen ihre Ideologie. Diese Haltung hatte Konsequenzen: Er wurde entlassen und verlor seine Position. Für Heinz Pfennig ist sein Großvater ein Held, der für seine Überzeugungen einstand.
Die Hakenkreuzflagge und das Kinderfahrrad
In seinen Erinnerungen tauchen zwei Symbole auf, die die Zeit des Nationalsozialismus widerspiegeln: eine Hakenkreuzflagge und ein Kinderfahrrad. Die Flagge, die einst über dem Patentamt wehte, wurde nach der Rebellion seines Großvaters entfernt. Das Fahrrad hingegen gehörte Heinz Pfennig selbst, als er ein Kind war. Es wurde ihm von seinem Großvater geschenkt, kurz bevor dieser starb. Diese Gegenstände sind für ihn mehr als nur Erinnerungsstücke – sie sind Zeugen einer dunklen Epoche und des Widerstands.
Der Standort des Deutschen Patentamts in München
Die Geschichte des Patentamts ist eng mit München verbunden. „München wollte unbedingt“ den Standort, erzählt Pfennig. Die Stadt setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg dafür ein, dass das Deutsche Patentamt nicht nach Berlin zurückkehrte, sondern in München blieb. Dies war ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns. Pfennig betont, dass die Entscheidung für München auch eine Anerkennung der Innovationskraft der Region war. Heute ist das Patentamt eine der wichtigsten Institutionen für Erfinder und Unternehmen in Deutschland.
Ein Stück Münchner Zeitgeschichte
Die Erzählungen von Heinz Pfennig sind nicht nur persönliche Anekdoten, sondern auch ein Fenster in die Vergangenheit Münchens. Sie zeigen, wie die Stadt mit ihrer Geschichte umgeht und wie Familie und Politik miteinander verwoben sind. Pfennig hofft, dass die Erinnerung an seinen Großvater und dessen Mut nicht verblasst. Er selbst engagiert sich in der Münchner Gesellschaft und trägt so dazu bei, dass die Geschichte lebendig bleibt.



