Seit ihrer Gründung im Jahr 1776 sind die Illuminaten Gegenstand zahlreicher Verschwörungstheorien. Der Geheimbund soll angeblich die Kirche zerstören, den Staat untergraben und sogar Ritualmorde begehen. Doch was ist dran an diesen Behauptungen? Der Historiker Olaf Simons gibt im Interview Aufschluss.
Die Entstehung des Illuminaten-Ordens
Der Illuminaten-Orden wurde am 1. Mai 1776 von Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet. Weishaupt, ein Professor für Kirchenrecht, wollte einen Bund schaffen, der sich für Aufklärung und Vernunft einsetzt. Die Illuminaten waren stark von den Ideen der Freimaurer beeinflusst, unterschieden sich jedoch in ihrer strengen Geheimhaltung und Hierarchie.
Warum ranken sich so viele Mythen um die Illuminaten?
Simons erklärt, dass die Geheimniskrämerei des Ordens und seine angebliche Macht zu wildesten Spekulationen führten. Bereits im 18. Jahrhundert wurden die Illuminaten für politische Umstürze und Kirchenfeindlichkeit verantwortlich gemacht. Besonders die katholische Kirche sah in ihnen eine Bedrohung.
Die Auflösung des Ordens
1790 wurde der Orden durch ein bayerisches Edikt verboten. Viele Mitglieder flohen oder traten anderen Geheimbünden bei. Dennoch hielten sich die Gerüchte über eine heimliche Fortexistenz. Bis heute tauchen die Illuminaten in populären Medien und Verschwörungstheorien auf.
Faktencheck: Was ist wahr?
Simons betont, dass es keine Belege für Ritualmorde oder eine Weltverschwörung gibt. Die Illuminaten waren ein Produkt ihrer Zeit, geprägt von aufklärerischem Gedankengut. Die Mythen entstanden vor allem durch politische Gegner und sensationslüsterne Publizisten.
Das Interview zeigt: Die Illuminaten sind weniger gefährlich als ihr Ruf. Die wahren Gefahren liegen eher in der unkritischen Übernahme von Verschwörungstheorien.



