Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit gesteht Fehler in Epstein-Freundschaft
Mette-Marit: Epstein-Freundschaft war ein Fehler

Norwegens Monarchie im Sturm: Kronprinzessin Mette-Marit bekennt sich zu Fehlern

Die norwegische Monarchie befindet sich in einer tiefen Vertrauenskrise. Kronprinzessin Mette-Marit hat sich in einem bewegenden Fernsehinterview erstmals ausführlich zu ihrer umstrittenen Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert. Die 52-Jährige gestand dabei schwere Fehleinschätzungen ein und zeigte sich zutiefst betroffen.

TV-Interview als Wendepunkt

Nachdem der britische Ex-Prinz Andrew mit seinem Auftritt zum gleichen Thema kläglich gescheitert war, wagte die norwegische Thronfolgerin einen anderen Ansatz. Im Sender NRK sprach sie offen über die jahrelange Verbindung zu Epstein, die selbst nach dessen erster Verurteilung fortbestand. "Ich wünschte, ich hätte ihn niemals getroffen", bekannte die Kronprinzessin mit sichtlicher Betroffenheit.

Mette-Marit beschrieb die Beziehung als freundschaftlich, räumte aber ein, sich von Epstein "manipulieren und täuschen" lassen zu haben. Sie betonte, nichts von seinen Verbrechen gewusst zu haben: "Alle, die ich mit Epstein getroffen habe, waren Erwachsene. Ich habe nie etwas Illegales gesehen."

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Vertrauliche Nachrichten und private Treffen

Die Enthüllungen waren durch veröffentlichte Dokumente ins Rollen gekommen, in denen der Name der Kronprinzessin Hunderte Male auftaucht. Die Akten zeigen:

  • Regelmäßigen schriftlichen Austausch mit Epstein
  • Persönliche Treffen über Jahre hinweg
  • Vertrauliche Gespräche über private Angelegenheiten

Besonders pikant: In einer Mail fragte Mette-Marit Epstein, ob es "für eine Mutter unangemessen" sei, "für ihren 15-jährigen Sohn ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen". Offenbar ging es um ein Handy-Hintergrundbild. In anderen Nachrichten bezeichnete sie Epstein als "sehr charmant" und schrieb: "Paris ist gut für Untreue, Skandinavien besser für Ehefrauen."

Doppelbelastung durch Familiendrama

Die Aufarbeitung der Epstein-Affäre fällt in eine extrem schwierige Lebensphase der Kronprinzessin. Parallel lief der Vergewaltigungsprozess gegen ihren ältesten Sohn Marius Borg Høiby, der erst am Donnerstag zu Ende ging. Das Urteil steht noch aus.

"Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der sich in einer sehr schwierigen Situation befunden hat", erklärte Mette-Marit. Hinzu kommen ernste Gesundheitsprobleme: Die Kronprinzessin leidet an einer chronischen Lungenkrankheit, die sich durch die Belastungen noch verschlimmert hat. "Mein Gesundheitszustand ist so, dass ich sehr viel Ruhe brauche. Und dieser Zustand hat sich noch etwas verschlechtert", gestand sie.

Kritik in der norwegischen Bevölkerung

In Norwegen hatte das Schweigen der Kronprinzessin zuvor große Empörung ausgelöst. Viele Landsleute nahmen ihr übel, dass sie sich nicht früher erklärt hatte. Der Königshof hatte dies mit den gesundheitlichen Problemen Mette-Marits begründet, doch diese Erklärung stieß auf Skepsis.

Das Fernsehinterview markiert nun einen Versuch, Vertrauen zurückzugewinnen. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Die norwegische Monarchie, traditionell als bodenständig und volksnah geschätzt, steht vor einer ihrer größten Bewährungsproben. Die Kronprinzessin muss nicht nur ihre eigene Glaubwürdigkeit wiederherstellen, sondern auch das Ansehen der gesamten Königsfamilie verteidigen.

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