Watergate-Zeuge Alexander Butterfield im Alter von 99 Jahren verstorben
Der ehemalige US-Regierungsmitarbeiter Alexander Butterfield, dessen Aussagen im Watergate-Skandal maßgeblich zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon beitrugen, ist im hohen Alter von 99 Jahren gestorben. Butterfield, der sich selbst als einfachen Bürokraten bezeichnete, wurde zu einer Schlüsselfigur in einem der größten politischen Skandale der amerikanischen Geschichte.
Die entscheidende Enthüllung vor dem Untersuchungsausschuss
Im Juli 1973 trat Alexander Butterfield vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats auf und enthüllte eine brisante Tatsache: Der Secret Service hatte seit dem Jahr 1971 systematisch alle dienstlichen Telefongespräche von Präsident Richard Nixon aufgezeichnet, darüber hinaus auch zahlreiche private Gespräche des Staatsoberhauptes. Butterfield wies den Ausschuss darauf hin, dass die Wahrheit über den Watergate-Skandal wortwörtlich auf Tonbändern im Keller des Secret Service lag.
Diese Tonbandaufnahmen erwiesen sich als entscheidend für die Aufklärung des Skandals. Mit ihrer Hilfe ließ sich zweifelsfrei nachweisen, dass Präsident Nixon die Unwahrheit sagte, als er behauptete, nichts über den Einbruch in die Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei im Watergate-Gebäude in Washington zu wissen. Der Einbruch war im Juni 1972 von fünf Männern verübt worden, um die Räumlichkeiten zu verwanzen – die Ermittlungen führten schließlich bis in Nixons engstes Wahlkampfteam und zum Präsidenten persönlich.
Vom Bürokraten zum historischen Zeugen
Alexander Butterfield verstand sich selbst stets als "paper pusher", als jemanden, der im Weißen Haus lediglich die bürokratischen Abläufe am Laufen halten sollte. Dennoch wurde er zu einem der wichtigsten Zeugen im Watergate-Verfahren. In späteren Jahren äußerte Butterfield gegenüber Journalisten, dass er es nicht mochte, als der Mann bekannt zu sein, der die Existenz der Tonbänder aufgedeckt hatte. Ihm missfiel der Eindruck, er habe dem Untersuchungsausschuss "eifrig und atemlos" von den Aufzeichnungen berichtet.
Seine Aussage hatte jedoch historische Konsequenzen: Nachdem der Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen Richard Nixon eingeleitet hatte, trat der Präsident am 9. August 1974 zurück. Nixon bleibt bis heute der einzige US-Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der von seinem Amt zurückgetreten ist.
Die Enthüllungen von Alexander Butterfield lieferten nicht nur die Beweise für Nixons Vertuschungsversuche, sondern verstärkten auch die öffentliche Debatte über Transparenz und Verantwortung in der höchsten Ebene der Politik. Sein Tod markiert das Ende einer Ära und erinnert an einen der prägendsten politischen Skandale des 20. Jahrhunderts.



