Defekte Körperkameras bei Polizei: Sachsen-Anhalt will Hersteller stärker in die Pflicht nehmen
Die Landespolizei von Sachsen-Anhalt steht vor einem technischen Problem, das weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Bei einem Testlauf zur Dokumentation heikler Einsätze mit Körperkameras sind Dutzende der beschafften Geräte des Herstellers Motorola ausgefallen. Das Innenministerium hat nun angekündigt, bei künftigen Ausschreibungen deutlich schärfere Anforderungen an die Hersteller zu stellen.
Massive Ausfälle trotz Testphase
Insgesamt hatte das Land 150 dieser speziellen Kameras beschafft, um Polizeieinsätze besser dokumentieren zu können. Doch bereits während der Testphase mussten viele Geräte aussortiert werden, da sie unerwartet defekt wurden. Die genaue Ursache für die großflächig auftretenden Probleme ist laut Ministeriumsangaben bislang noch nicht geklärt. Eine Mitarbeiterin des Innenministeriums betonte im Innenausschuss des Landtags, dass man die Situation sehr ernst nehme.
Neue Vertragsklauseln geplant
Als Konsequenz aus den Vorfällen plant das Ministerium nun, bei zukünftigen Ausschreibungen verbindliche Regelungen durchzusetzen. Konkret soll sichergestellt werden, dass der Hersteller schadhafte Geräte innerhalb von lediglich drei Tagen austauschen muss. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Einsatzbereitschaft der Polizei nicht durch technische Mängel zu gefährden und die Verantwortung klar beim Anbieter zu verorten.
Die defekten Körperkameras werfen Fragen zur Zuverlässigkeit der Technologie und zur Beschaffungspraxis auf. Sachsen-Anhalt zeigt mit seinem Vorhaben, dass es bereit ist, Hersteller stärker in die Haftung zu nehmen, um die Funktionsfähigkeit essenzieller Ausrüstung für die Sicherheitsbehörden zu gewährleisten. Die Entwicklung wird genau beobachtet, da sie möglicherweise Signalwirkung für andere Bundesländer haben könnte.



