Ariane Group treibt Entwicklung ballistischer Raketen für europäische Verteidigung voran
Ariane Group entwickelt ballistische Raketen für Europa

Ariane Group treibt Entwicklung ballistischer Raketen für europäische Verteidigung voran

Der Raketenhersteller Ariane Group positioniert sich als potenzieller Hersteller eines europäischen ballistischen Raketenprogramms mit Reichweiten von vielen tausend Kilometern. Das Unternehmen, das vor allem für seine zivilen Raketen bekannt ist, stellt bereits die französischen Atomraketen her und bietet nun europäischen Regierungen ein neues ballistisches Raketenprogramm an.

Entwicklungsarbeiten laufen bereits

Die Entwicklungsarbeiten an dem als MBT bezeichneten Programm sind bereits im Gange, allerdings würden bis zur Serienreife noch mehrere Jahre vergehen. Dies bestätigte der Militärspartenchef Vincent Pery in München. Mehrere europäische Regierungen haben bereits Interesse bekundet, darunter auch die Bundesregierung, mit der es bereits Vorgespräche gegeben hat.

Ariane Group ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem französischen Triebwerkshersteller Safran mit deutschem Sitz in Ottobrunn bei München. Neben der zivilen Ariane-6-Rakete für den Satellitentransport ins All produziert das Unternehmen auch die Atomraketen des französischen Militärs. Die neuen MBT-Raketen sollen jedoch konventionelle Sprengköpfe tragen.

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Technische Besonderheiten und strategische Bedeutung

Im Gegensatz zu Marschflugkörpern werden ballistische Raketen in große Höhen außerhalb der Atmosphäre geschossen, typischerweise über 1.000 Kilometer, und erreichen ihr Ziel größtenteils ohne Antrieb auf einer ballistischen Flugbahn. Diese Raketen könnten innerhalb weniger Minuten Ziele in mehr als 1.000 Kilometern Entfernung treffen, erklärte Pery.

Der Manager betonte: „Wir sind in Gesprächen mit dem französischen Verteidigungsministerium und der französischen Beschaffungsagentur.“ Das Interesse erstrecke sich aber auch auf andere europäische Länder, einschließlich Deutschlands. „Es ist Zeit zu entscheiden, ob wir dieses System entwickeln wollen oder nicht“, so Pery weiter.

Hintergrund: Europäische Verteidigungsautonomie

Anlass für dieses Angebot ist die anhaltende Debatte über die militärische Abhängigkeit Europas von den USA. Während die Bundesregierung zur Abwehr ballistischer Raketen das israelische System Arrow bestellt hat, verfügt die Bundeswehr derzeit über keine eigenen ballistischen Raketen, die Ziele in mehreren tausend Kilometern Entfernung treffen könnten.

Die Entwicklung eines europäischen ballistischen Raketenprogramms könnte somit einen wichtigen Schritt zur Stärkung der europäischen Verteidigungsautonomie darstellen. Die Entscheidung über die weitere Verfolgung des MBT-Programms liegt nun bei den europäischen Regierungen, die über die strategische Ausrichtung ihrer Verteidigungspolitik beraten müssen.

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