US-Geheimdienste warnen vor anhaltender Bedrohung durch iranisches Waffenarsenal
Trotz wochenlanger intensiver Angriffe der USA und Israels verfügt der Iran offenbar weiterhin über ein erhebliches und bedrohliches Waffenarsenal. Dies geht aus aktuellen Erkenntnissen der US-Geheimdienste hervor, die dem Nachrichtensender CNN vorliegen.
Raketenrampen und Drohnen in großer Zahl intakt
Den vertraulichen Einschätzungen zufolge sollen etwa die Hälfte der iranischen Raketenabschussrampen nach wie vor voll funktionsfähig sein. Darüber hinaus verfüge das Regime in Teheran weiterhin über Tausende von Drohnen sowie eine große Anzahl an Raketen verschiedener Reichweiten.
"Sie sind nach wie vor sehr wohl in der Lage, in der gesamten Region absolutes Chaos anzurichten", zitiert CNN eine mit den Geheimdienstinformationen vertraute Quelle. Die in den vergangenen Tagen zusammengetragene Analyse zeigt demnach auch, dass ein großer Teil der küstennahen Abwehr-Marschflugkörper Irans intakt geblieben ist.
Strategische Bedrohung für Schiffsverkehr
Diese Waffensysteme stellen eine Schlüsselkapazität dar, mit der Iran den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ernsthaft bedrohen könnte. Die Meerenge gilt als einer der weltweit wichtigsten Öltransitrouten.
Laut einer Recherche der Nachrichtenagentur Reuters gelang es den amerikanischen Streitkräften bisher erst, etwa ein Drittel des iranischen Raketenarsenals zu zerstören. Ein wesentlicher Grund für diese begrenzte Erfolgsquote liegt in der Lagerung der Waffen tief in sogenannten Raketenstädten unter Bergmassiven.
"Die Bomben treffen häufig nur die Eingänge dieser unterirdischen Anlagen, die von iranischen Kräften innerhalb weniger Tage wieder freigeräumt und nutzbar gemacht werden können", erklären Militärexperten zu den operationellen Herausforderungen.
Weißes Haus widerspricht Geheimdienstberichten
Eine Sprecherin des Weißen Hauses wies die Darstellungen des CNN-Berichts entschieden zurück: "Anonyme Quellen wollen verzweifelt Präsident Trump angreifen und die unglaubliche Arbeit unseres US-Militärs bei der Erreichung der Ziele der Operation 'Epic Fury' herabwürdigen."
Das "Terrorregime" werde militärisch zerschlagen, und seine Lage werde von Tag zu Tag düsterer. "Ihre einzige Hoffnung ist, mit Präsident Trumps Regierung ein Abkommen zu schließen und ihre nuklearen Ambitionen endgültig aufzugeben. Andernfalls werden sie härter getroffen als jemals zuvor."
Trumps optimistische Zeitplanung
US-Präsident Donald Trump hatte bei einer Ansprache am Mittwochabend erklärt, der Irankrieg werde noch zwei bis drei Wochen dauern. Bis dahin werde man das Regime in Teheran "in die Steinzeit" zurückbomben, um sicherzustellen, dass Iran nie wieder eine Gefahr für die USA und die Welt darstellen könne.
Diese optimistische Einschätzung steht jedoch im deutlichen Kontrast zu den Warnungen der Geheimdienste, die erhebliche Zweifel an einem so schnellen Kriegsende hegen.
Anhaltende Angriffe und regionale Auswirkungen
Teheran feuert täglich weiterhin konstant Drohnen und Raketen auf Nachbarländer ab. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete am Freitag erneut Raketenangriffe aus Iran, bei denen eine nicht abgefangene Rakete im Zentrum des Landes einschlug und Gebäude, Straßen und Fahrzeuge beschädigte.
In Kuwait löste ein Drohnenangriff einen Brand in einer Raffinerie der staatlichen Ölgesellschaft aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kuna stehen mehrere Bereiche der Anlagen der Kuwait Petroleum Corporation in Flammen, Rettungsteams sind im Einsatz.
Das Energieministerium bestätigte zudem Schäden an einer Entsalzungs- und Energie-Anlage durch einen iranischen Angriff. In Abu Dhabi geriet eine Gasanlage durch herabfallende Trümmer eines abgefangenen Geschosses in Brand, wobei mindestens zwölf Menschen verletzt wurden.
Israels weitere Pläne und amerikanische Verluste
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu kündigte unterdessen weitere gemeinsame Angriffe mit den USA auf die Infrastruktur Irans an. "Wir schalten Kommandeure aus, bombardieren Brücken, bombardieren Infrastruktur", sagte Netanyahu in einem von seinem Büro verbreiteten Video.
Trotz der ständigen Bombardements können die iranischen Streitkräfte offenbar noch immer erfolgreich zurückschlagen. Die US-Armee musste am Persischen Golf bereits einige empfindliche Treffer hinnehmen, wobei erhebliche Mengen an teuren militärischen Gerätschaften verloren gingen.
Die Diskrepanz zwischen der optimistischen Darstellung des Weißen Hauses und den nüchternen Analysen der Geheimdienste deutet auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Kriegsverlaufs und der tatsächlichen Zerstörung iranischer Militärkapazitäten hin.



