Japan stationiert Langstreckenraketen nahe China: Militärische Aufrüstung im Ostchinesischen Meer
Die japanische Regierung hat angekündigt, bis Ende März eine Reihe von Langstreckenraketen im Südwesten des Landes in der Nähe Chinas zu stationieren. Dies ist eine direkte Reaktion auf die zunehmenden militärischen Aktivitäten der chinesischen Marine im Ostchinesischen Meer. Die geplanten Boden-zu-Schiff-Raketen vom Typ 12 verfügen über eine Reichweite von 1000 Kilometern und sollen in der Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu positioniert werden.
Kabinettssekretär bestätigt Stationierungspläne
Kabinettssekretär Minoru Kihara bestätigte die Pläne am Montag in einer Pressekonferenz. Die Anwohner von Kumamoto werden über den Schritt informiert, sobald die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen sind. Japan verfolgt damit das Ziel, seine "Gegenangriffskapazitäten" aufrechtzuerhalten und die Raketen für den Fall eines Angriffs auf sein Territorium einzusetzen, um feindliche Stützpunkte zu treffen.
Verschlechterung der Beziehungen zwischen Tokio und Peking
Das Verhältnis zwischen Japan und China hat sich in den letzten Monaten deutlich verschlechtert. Im November warnte Japans Premierministerin Sanae Takaichi vor einer militärischen Eskalation des Taiwan-Konflikts. Sie betonte, dass der Einsatz chinesischer Kriegsschiffe auch Japan in seiner Existenz bedrohen könnte und schloss in diesem Fall einen Militäreinsatz nicht aus.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereint werden soll. Als Reaktion auf Takaichis Äußerungen rief Peking seine Bürger auf, nicht mehr nach Japan zu reisen, was den japanischen Tourismussektor erheblich getroffen hat.
Chinas massive Aufstockung des Militärbudgets
Parallel zu den japanischen Maßnahmen treibt China seine militärische Aufrüstung weiter voran. Zum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses legte die Regierung einen Haushaltsentwurf vor, der eine Steigerung des Militärbudgets um 7 Prozent vorsieht. Dies entspricht etwa 1,9 Billionen Yuan oder rund 236 Milliarden Euro.
China verfügt nach den USA über den zweitgrößten Verteidigungshaushalt der Welt. Staats- und Parteichef Xi Jinping verfolgt seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 eine umfassende Modernisierung der Volksbefreiungsarmee. Bis zum Jahr 2049 soll eine "Armee auf Weltklasse-Niveau" entstehen.
Strategische Bedeutung der Raketenstationierung
Die Stationierung der Langstreckenraketen in Kumamoto hat eine hohe strategische Bedeutung:
- Sie stärkt Japans Fähigkeit, auf potenzielle Bedrohungen aus dem Ostchinesischen Meer zu reagieren.
- Die Raketen dienen als Abschreckungsmittel gegen chinesische Marineaktivitäten.
- Japan demonstriert damit seine Entschlossenheit, seine territoriale Integrität zu verteidigen.
Die Entwicklung unterstreicht die wachsenden Spannungen in der Region und die Rüstungsdynamik zwischen zwei der größten Volkswirtschaften Asiens. Beobachter befürchten, dass die militärische Aufrüstung auf beiden Seiten zu einer weiteren Eskalation führen könnte.



