Schockierende Militärsimulation: Wie 15.000 russische Soldaten die Nato lahmlegen könnten
Eine aufwendige Kriegssimulation kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Russland könnte bereits in diesem Jahr die Nato mit nur 15.000 Soldaten in eine existenzielle Krise stürzen. Die von der WELT in Zusammenarbeit mit dem „German Wargaming Center“ der Bundeswehr-Universität Hamburg durchgeführte Übung sorgt international für Aufsehen – sogar die US-Zeitung „Wall Street Journal“ berichtet darüber.
Das Szenario: Ein fiktiver Krieg im Jahr 2026
Im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer erklärt der österreichische Militärexperte Franz-Stefan Gady die Details der Simulation. Gady übernahm dabei die Rolle des russischen Generalstabschefs und entwickelte Angriffspläne, die das westliche Militärbündnis schachmatt setzen könnten. Besonders beunruhigend: Der fiktive Krieg findet bereits im laufenden Jahr statt.
„Im Szenario war es so, dass es einen Waffenstillstand im Sommer 2026 gibt und Russland dann einige Monate Zeit hatte, seine Truppen aufzufrischen, neu auszubilden und zu verschieben“, erläutert Gady. Der brüchige Waffenstillstand in der Ukraine würde es Russland ermöglichen, nicht mehr alle Truppen an der Front zu benötigen.
Putins Vorwand: Humanitäre Krise in Kaliningrad
Kreml-Diktator Wladimir Putin erfindet in der Simulation einen Vorwand – eine angebliche humanitäre Krise in der russischen Exklave Kaliningrad. Unter dem Deckmantel, einen humanitären Korridor schaffen zu müssen, marschieren russische Truppen in Litauen ein und besetzen die strategisch wichtige Stadt Marijampolė.
Die Reaktion des Westens fällt zögerlich aus: Die USA stufen das Vorgehen nicht sofort als klaren Nato-Bündnisfall ein. Auch Deutschland zeigt sich zurückhaltend. Polen mobilisiert zwar seine Streitkräfte, greift aber nicht militärisch ein. Russische Drohnen und Minen blockieren zentrale Verkehrsachsen, sodass Nato-Truppen vor Ort nicht eingreifen können.
Feuerkontrolle statt Invasion
Gady erklärt einen entscheidenden Aspekt der Strategie: „Um die militärischen Ziele im Baltikum zu erreichen, muss Russland nicht in Litauen oder in Lettland oder in Estland einmarschieren. Es kann von Weißrussland und von Kaliningrad eine sogenannte Feuerkontrolle etablieren.“
Das bedeutet: Die wichtigsten strategischen Stellungen werden mit Raketenwerfern, Artillerie und Drohnen unter Beschuss genommen, um den Gegner von einer Intervention abzuhalten. Für diese Taktik benötige Russland im Baltikum „keinen einzigen Soldaten“.
Das Hauptproblem: Die zögerliche Reaktion des Westens
Laut der Simulation liegt das Hauptproblem nicht in Russlands militärischen Fähigkeiten, sondern in der eigenen Reaktion des Westens. In den ersten 48 Stunden erklären sich die Amerikaner nicht dazu bereit, militärisch einzugreifen und das Nato-Territorium mit ihren Streitkräften zu verteidigen.
Damit lastet der Druck, den Balten zu Hilfe zu kommen, allein auf Europa. In der Simulation entschließen sich weder Deutschland noch Polen, das Nato- und EU-Mitglied Litauen militärisch zu unterstützen. Russland bringe Berlin und Warschau in ein Dilemma, so Gady: „Wollt Ihr wirklich eure Truppen riskieren, hohe Verluste riskieren, um das Baltikum zu schützen?“
Russlands Kriegsziel: Diskreditierung der Nato
Der Experte stellt die entscheidende Frage: Ob Deutschland wirklich gewillt wäre und den Mut hätte, das Baltikum zu verteidigen – eine „extrem schwierige Entscheidung“ für die deutsche Führung. Die Folgen für Nato und EU wären verheerend.
„Das Kriegsziel Russlands im Baltikum ist die Diskreditierung der Nato als Bündnis und die Schwächung der Europäischen Union“, erklärt Gady das mögliche Kalkül der Russen. „Und das kann erreicht werden, indem es glaubwürdig demonstriert, dass die Nato und andere Länder der EU nicht wirklich viel machen können, wenn Russland quasi sagt: Wir schneiden das Baltikum vom Rest Europas ab.“
Fazit: Notwendigkeit weiterer Simulationen
Die alarmierenden Ergebnisse der Simulation unterstreichen die Dringlichkeit, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. Zu hoffen bleibt, dass auch westliche Militärs solche Kriegssimulationen nachspielen – und für jeden Fall gerüstet sind. Die Übung zeigt deutlich, dass nicht nur militärische Stärke, sondern auch politische Entschlossenheit und schnelle Reaktionsfähigkeit entscheidend für die Sicherheit des Bündnisses sind.
Die Simulation macht deutlich: Mit nur wenigen tausend Soldaten und geschickter strategischer Planung könnte Russland die Nato handlungsunfähig machen und einen Teil des Baltikums besetzen. Ein Szenario, das die Verteidigungsfähigkeit des Westens grundlegend in Frage stellt.



