Russland testet Drohnenabwehr-Roboter mit Stahlseil-Ventilatoren gegen ukrainische FPV-Drohnen
Russlands Drohnenabwehr-Roboter mit Stahlseil-Ventilatoren im Test

Russlands neuer Drohnenabwehr-Roboter: Stahlseil-Ventilatoren im Fronteinsatz

Was auf den ersten Blick wie eine fahrende Metall-Gartenlaube wirkt, könnte bald zu Russlands Standardarsenal gegen Drohnenangriffe gehören. Der neue Bodenroboter „Depesha“ mit ungewöhnlichen Stahlseil-Ventilatoren wird aktuell in der Region Saporischschja getestet, wie Aufnahmen des russischen Fernsehsenders Rossija-1 zeigen.

Mad-Max-Ästhetik mit militärischem Zweck

Der unbemannte Bodenroboterkomplex (NRTK) verfügt über einen Rundum-Stahlschutz und erinnert mit seinen seitlichen Schleudervorrichtungen an Fahrzeugmodifikationen aus Actionfilmen. An jeder der vier Seiten sind Drehachsen angebracht, an denen lange, dünne Stahlseile befestigt werden. Durch schnelle Rotation sollen diese Seile ukrainische FPV-Drohnen (First Person View) abwehren können.

„Wenn die FPV versuchen zuzuschlagen, werden sie entweder von diesen Drahtseilen heruntergerissen oder zur Seite geschleudert“, erklärt der russische Kommandant mit dem Rufnamen „Struk“ in dem Beitrag. Der prorussische Militärblog Warhronika kommentiert den unkonventionellen Ansatz mit den Worten: „Warum nicht? Physischer Schutz umfasst nicht nur Schirme und Schutzgrills.“

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Zwei Jahre Entwicklungszeit für Seil-Technologie

Die Idee, Drohnen mithilfe von Stahlseilen abzuwehren, ist laut ukrainischen Militäranalysten nicht neu. Bereits im Dezember 2023 wurden in Russland erste Patente für die Verwendung von Stahldrähten angemeldet. Frühere Versionen setzten noch auf Flügel statt Seile.

Die Analysten von BTVT.info und Focus schätzen, dass die Russen etwa zwei Jahre benötigt haben, um die Seil-Technologie von der Patentierung bis zur ersten Testfahrt umzusetzen. Der ukrainische Nachrichtendienst Focus berichtet von einem „experimentellen System“, das aktuell in kontrollierten Gebieten erprobt wird.

Vor- und Nachteile der ungewöhnlichen Abwehrtechnik

Militärexperten sehen sowohl Chancen als auch Herausforderungen bei Russlands neuem Ansatz:

  • Vorteile: Die Stahlseile sind leichter als herkömmliche Flügelkonstruktionen und werden bei Bodenberührung nicht beschädigt
  • Nachteile: Der Mechanismus zum Drehen der Seile benötigt viel Platz und beansprucht fast den gesamten nutzbaren Innenraum der Schutzkonstruktion

Die ukrainischen Analysten räumen ein, dass der Bodenroboter von einer „ständigen Suche der Besatzer nach neuen technologischen Lösungen zur Bekämpfung unbemannter Fluggeräte“ zeugt. Obwohl die aktuelle Konstruktion noch fehleranfällig sei, könne man im Ukrainekrieg in naher Zukunft mit der Einführung ähnlicher experimenteller Systeme rechnen.

Russlands erfinderische Drohnenabwehr-Strategie

Der Test des Depesha-Roboters verdeutlicht Russlands Bestreben, die Effizienz seiner Verteidigungsmittel auf dem Schlachtfeld kontinuierlich zu verbessern. Während die Effektivität des Stahlseil-Systems zunächst umstritten bleibt, zeigt der unkonventionelle Ansatz, wie beide Kriegsparteien im Ukrainekonflikt zunehmend auf innovative Technologien setzen.

Der prorussische Telegram-Kanal Warhronika bringt es auf den Punkt: „Aber wenn es unkonventionell ist und funktioniert, dann ist es nicht mehr unkonventionell.“ Die weitere Entwicklung und mögliche Serienproduktion des Drohnenabwehr-Roboters werden von Militärexperten auf beiden Seiten aufmerksam verfolgt.

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