Trump beantragt 152 Millionen Dollar für Wiederinbetriebnahme von Alcatraz-Gefängnis
Trump will Alcatraz als Gefängnis wiedereröffnen

Trump beantragt 152 Millionen Dollar für Wiederinbetriebnahme von Alcatraz

US-Präsident Donald Trump treibt seine kontroversen Pläne zur Wiederinbetriebnahme der berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz vor San Francisco energisch voran. In einem am Freitag veröffentlichten Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 hat die Trump-Administration beim Kongress 152 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) für erste Umbauarbeiten an der historischen Anlage beantragt. Diese Mittel sollen ausschließlich das erste Jahr der umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten finanzieren.

Milliardenschwere Gesamtkosten erwartet

Allerdings dürften die tatsächlichen Kosten für eine vollständige Wiedereröffnung von Alcatraz als Hochsicherheitsgefängnis deutlich höher ausfallen. Das Nachrichtenportal Axios berichtet unter Berufung auf Regierungsvertreter, dass die gesamte Anlage praktisch komplett neu aufgebaut werden müsste. Experten schätzen die Gesamtkosten für dieses ambitionierte Projekt auf rund zwei Milliarden Dollar. Die heutige Touristenattraktion müsste grundlegend modernisiert und an aktuelle Sicherheitsstandards angepasst werden.

Symbol für harte Kriminalitätsbekämpfung

Trump hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, Alcatraz wieder in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandeln zu wollen. Dort sollten nach seinen Vorstellungen Amerikas gefährlichste und gewalttätigste Kriminelle untergebracht werden. Der rechtspopulistische Präsident sieht das Projekt als kraftvolles Symbol für eine härtere Gangart gegen Kriminalität. Bei einem Pressetermin im Weißen Haus im Mai 2025 äußerte Trump seine besondere Faszination für die Gefängnisinsel: Alcatraz repräsentiere etwas sehr Starkes, sehr Mächtiges in Bezug auf Recht und Ordnung. Es ist ein großer Koloss, der da steht und rostet und verrottet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Präsident beschrieb die Anlage als etwas, das sowohl schrecklich als auch schön und stark und elendig, schwach sei. Diese vielschichtigen Qualitäten machen Alcatraz aus Trumps Sicht besonders interessant für eine Wiederbelebung als Strafvollzugseinrichtung.

Historischer Hintergrund der Gefängnisinsel

Die nur zwei Kilometer vor San Francisco gelegene Gefängnisinsel Alcatraz wurde bereits 1963 aufgrund exorbitant hoher Betriebskosten geschlossen. Nach Angaben der US-Strafvollzugsbehörde war die Haftanstalt lediglich 29 Jahre lang in Betrieb und verfügte über eine vergleichsweise geringe Kapazität von nur 336 Insassen. Dennoch saßen dort einige berühmte Kriminelle ein, darunter der legendäre Mafiaboss Al Capone.

Die Anlage war zudem Schauplatz zahlreicher spektakulärer Fluchtversuche. Ein besonders bekannter Ausbruchversuch von Frank Morris diente als Vorlage für den Roman Flucht von Alcatraz von J. Campbell Bruce und dessen gleichnamiger Verfilmung aus dem Jahr 1979 mit Clint Eastwood in der Hauptrolle. Die isolierte Lage auf einer Insel machte den Betrieb dreimal so teuer wie bei anderen Bundesgefängnissen.

Von der Gefängnisinsel zur Touristenattraktion

Seit 1973 fungiert Alcatraz als beliebte Touristenattraktion und zieht jährlich rund eine Million Besucher an. Die Felseninsel in der Bucht von San Francisco hat sich zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region entwickelt. Trumps Pläne würden diese touristische Nutzung beenden und die Insel wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuführen.

Die Beantragung der 152 Millionen Dollar stellt nur den ersten Schritt in einem langwierigen politischen und finanziellen Prozess dar. Der Kongress muss dem Haushaltsentwurf noch zustimmen, und es wird mit erheblichem Widerstand von Gegnern des Projekts gerechnet. Kritiker verweisen auf die enormen Kosten und die Zerstörung einer historischen Touristenattraktion.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration