AfD attackiert Umweltminister: Wahlkampf mit Wal Timmy?
In Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD einen scharfen Vorwurf gegen Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) erhoben. Nur fünf Monate vor der Landtagswahl am 20. September wirft AfD-Landeschef Leif-Erik Holm (55) der Landesregierung vor, das Schicksal des gestrandeten Buckelwals Timmy vor der Insel Poel für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen.
„Minister ist quasi täglich vor Ort“
Holm äußerte seine Kritik gegenüber dem TV-Sender RTL und erklärte: „Man hat schon ein bisschen den Eindruck, dass die Landesregierung versucht, den Wal jetzt zu Wahlkampfzwecken zu benutzen. Der Umweltminister ist ja quasi täglich vor Ort.“ Backhaus hatte zuvor angekündigt, die Rettungsaktion für den gestrandeten Wal bis zum Schluss zu begleiten – obwohl mittlerweile eine private Initiative die Regie bei den Rettungsbemühungen übernommen hat.
Private Retter übernehmen die Regie
Die Landesregierung lässt die privaten Helfer gewähren, die einen ambitionierten Plan verfolgen: Sie wollen den riesigen Meeressäuger auf eine spezielle Plane ziehen und mit Hilfe von zwei Pontons zurück in den Atlantik bringen. Diese ungewöhnliche Rettungsmethode hat landesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.
Holm kritisiert „Hin und Her“ bei Rettung
Besonders ärgert sich der AfD-Landeschef über den Verlauf der Rettungsaktion: „Dass es so ein Hin und Her gab. Erst Rettung ja, Rettung nein, jetzt wieder Rettung.“ Holm ist der Meinung, dass der SPD-Politiker Backhaus in dieser Angelegenheit keine gute Figur gemacht habe. Die AfD sieht in dem Engagement des Ministers einen gezielten Versuch, politisches Kapital aus der emotionalen Wal-Rettung zu schlagen.
Die Kontroverse um den gestrandeten Wal Timmy entwickelt sich damit zu einem unerwarteten Wahlkampfthema in Mecklenburg-Vorpommern. Während Umweltminister Backhaus sein Engagement als notwendige Unterstützung einer schwierigen Rettungsaktion darstellt, interpretiert die Opposition sein häufiges Erscheinen vor Ort als politisches Kalkül kurz vor der wichtigen Landtagswahl.



