AfD-interner Streit: Extremes Meme gegen Özdemir sorgt für parteiweite Empörung
AfD-Meme gegen Özdemir löst parteiinterne Empörung aus

AfD-Abgeordnete löst mit islamfeindlichem Meme parteiinterne Kontroverse aus

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum hat mit einem extremen Beitrag in den sozialen Medien für erheblichen Aufruhr gesorgt – und zwar nicht nur bei politischen Gegnern, sondern auch innerhalb ihrer eigenen Partei. Das umstrittene Meme richtet sich gegen Cem Özdemir, den Grünen-Spitzenkandidaten der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg, der als großer Wahlsieger aus der Wahl hervorging.

Satire oder Grenzüberschreitung?

Baum postete auf ihrem X-Profil (ehemals Twitter) ein Bild, das eine Zahnmedizinerin in einem Fahrstuhl zeigt. Daneben steht in einem blauen Textbalken mit weißer Schrift: „Ich gratuliere den noch mehrheitlich christlichen Baden-Württembergern zum ersten muslimischen Ministerpräsidenten“. Darunter prangt in größerer Schrift der beleidigende Titel „Sultan Özdemir“. Obwohl der Beitrag als Satire gekennzeichnet ist, stößt er selbst in AfD-Kreisen auf massive Ablehnung.

Der Hamburger AfD-Vorsitzende Krzysztof Walczak reagierte umgehend mit deutlichen Worten: „Diese Kachel ist beschämend und anstandslos“. Seine Kritik fand breite Unterstützung unter Parteikollegen und Nutzern der Plattform.

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AfD-interner Widerstand und Verteidigung Özdemirs

Walczak betonte in seiner Stellungnahme, dass man Cem Özdemir und die Grünen zwar aus politischen Gründen ablehnen könne – wie es die AfD tue. Allerdings gehöre zur Wahrheit, dass Özdemir „mit dem Islam ungefähr so viel zu tun hat wie ein Christ, der nie in die Kirche geht“ und „bestens integriert“ sei. Der 31-jährige Politiker verwies zudem darauf, dass Özdemir sich einer demokratischen Wahl gestellt, diese mit den meisten Stimmen gewonnen und sich wiederholt gegen Angriffe auf AfD-Mitglieder ausgesprochen habe.

„Das ist nicht das Verhalten eines Sultans, sondern eines Demokraten“, so Walczak in seinem Kommentar. Auch andere Nutzer verurteilten Baums Post überwiegend. Ein häufig gelikter Kommentar lautete: „Hier ist einer der Gründe, warum die AfD bis heute nicht als echter Koalitionspartner in Betracht gezogen werden kann. Schade!“

Langjährige interne Konflikte um die umstrittene Politikerin

Der aktuelle Streit ist nur der jüngste Höhepunkt in einer Reihe von Konflikten um Christina Baum. Bereits bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl wurde sie von den Mitgliedern im Südwesten nicht mehr nominiert. In der Folge wich die 69-Jährige für ihre Bundestagskandidatur in einen Wahlkreis in Sachsen-Anhalt aus und sicherte sich dort ein Mandat.

Ironischerweise blieb Baum formal Mitglied im AfD-Landesverband Baden-Württemberg, obwohl sie dort politisch bereits abgesägt worden war. Der baden-württembergische Landesvorsitzende Markus Frohnmaier nannte ihren Wechsel nach Sachsen-Anhalt bei der letzten Bundestagswahl gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ eine „Mitgliederverarsche“ und betonte, er sei davon ausgegangen, dass Bundestagsabgeordnete ihren Hauptwohnsitz in jenem Wahlkreis haben sollten, in dem sie das Direktmandat errungen haben.

Baum verkündete vergangenes Jahr öffentlich, dass sie ihren Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg behalten wolle – „das musste ich meinen noch schulpflichtigen Enkeln versprechen“. Diese Entscheidung trägt weiter zur internen Spannung bei und unterstreicht die tiefen Gräben innerhalb der Partei.

Die aktuelle Kontroverse zeigt erneut, wie schwer sich die AfD mit innerparteilicher Geschlossenheit tut, wenn es um extremistische Äußerungen geht. Während einige Parteimitglieder weiter auf polarisierende Rhetorik setzen, fordern andere wie Walczak einen anständigeren politischen Diskurs – selbst im Umgang mit politischen Gegnern.

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