Landtagswahl in Baden-Württemberg: Jeder dritte Jungwähler wählt radikale Parteien
Baden-Württemberg: Jeder dritte Jungwähler für radikale Parteien

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Radikale Parteien gewinnen bei Jungwählern und Arbeitern

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben können. Die Auswertung der Wahlergebnisse zeigt ein bemerkenswertes Bild: Radikale Parteien konnten sowohl bei der jungen Wählerschaft als auch bei Arbeitern überdurchschnittlich punkten.

Jungwähler setzen auf politische Ränder

Laut Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) haben sich die 16- bis 24-Jährigen in Baden-Württemberg deutlich für Parteien an den politischen Rändern entschieden. Die AfD erreichte in dieser Altersgruppe 18 Prozent und liegt damit auf Höhe ihres Gesamtergebnisses. Damit ist die Partei von Alice Weidel bei den jüngsten Wählern die zweitbeliebteste Kraft hinter den Grünen, die 28 Prozent erzielten.

Die CDU kommt bei Jungwählern traditionell schwerer ins Spiel und erreicht nur 17 Prozent – deutlich unter ihrem Gesamtergebnis von knapp 30 Prozent. Besonders auffällig ist das Abschneiden der Linken: Während die Partei mit 4,3 Prozent insgesamt nicht in den Landtag einzieht, kommt sie bei den 16- bis 24-Jährigen auf stolze 14 Prozent. Kim Sophie Bohnen (26) war als Spitzenkandidatin der Linken im Südwesten angetreten.

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Insgesamt bedeutet dies: Fast jeder dritte Jungwähler (32 Prozent) hat sein Kreuz bei Rechts- oder Linksaußen gesetzt. Dies ist besonders bemerkenswert in einem westdeutschen und traditionell bürgerlich geprägten Land wie Baden-Württemberg.

Arbeiter wenden sich von SPD ab

Die Analyse nach Berufsgruppen durch Infratest Dimap (ARD) offenbart weitere Verschiebungen im politischen Gefüge. Bei den Arbeitern ist die AfD mit 37 Prozent klar die stärkste Kraft. Mit deutlichem Abstand folgen die CDU (21 Prozent) und die Grünen (18 Prozent).

Besonders bitter fällt das Ergebnis für die SPD aus: Gerade einmal 5 Prozent der Arbeiter gaben der selbsternannten Arbeiterpartei ihre Stimme. Dies stellt einen weiteren schweren Schlag für die Sozialdemokraten dar, die ohnehin mit rund 5,5 Prozent nur knapp in den neuen Stuttgarter Landtag einziehen.

Die FDP erreicht bei der jungen Wählerschaft 7 Prozent, ebenso wie die SPD. Andere Parteien kommen bei den 16- bis 24-Jährigen auf insgesamt 9 Prozent. Markus Frohnmaier (35) kandidierte für die AfD als Ministerpräsidentenkandidat in Baden-Württemberg.

Die Wahlergebnisse zeigen deutlich, dass sich sowohl bei der jungen Generation als auch bei traditionellen Wählergruppen wie den Arbeitern politische Präferenzen verschieben. Die etablierten Volksparteien müssen sich neuen Herausforderungen stellen, während radikale Parteien an Zuspruch gewinnen.

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