FDP-Generalsekretärin setzt Wette um: Lockenpracht weicht der Glatze nach Wahlpleite
Ihre charakteristischen Locken werden bald Geschichte sein: Nicole Büttner (41), Generalsekretärin der FDP, hat angekündigt, ihre im Januar abgegebene Wette einzulösen und sich nach dem enttäuschenden Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg die Haare abrasieren zu lassen. Der FDP war am vergangenen Sonntag der Wiedereinzug in den Stuttgarter Landtag misslungen, da sie die Fünf-Prozent-Hürde klar verfehlte.
„Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage“
Büttner bekräftigte gegenüber der „Rheinischen Post“ ihre Entschlossenheit: „Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage. Genauso entschlossen, wie wir der Gegenentwurf zu Stillstand und Pessimismus sind, halte ich auch Wort.“ Wann und wo die symbolträchtige Rasur stattfinden wird, ließ die Politikerin zunächst offen. Bereits im Januar hatte sie in einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ erklärt, sie werde ihre geliebten lockigen Haare „radikal“ abrasieren, sollte die FDP den Einzug in den Landtag verpassen.
Innerparteiliche Turbulenzen nach der Wahlniederlage
Die Wahlpleite hat innerhalb der FDP zu erheblichen Spannungen geführt. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des FDP-Präsidiums, distanzierte sich deutlich von Parteichef Christian Dürr. Sie betonte in einem Gespräch mit der Funke Mediengruppe, dass Personaldebatten nach solchen Niederlagen „nicht einfach wegmoderiert“ werden könnten. Die Europapolitikerin forderte eine umfassende Neuaufstellung der Partei, sowohl organisatorisch als auch personell.
„Wir müssen wieder klar zeigen, wofür wir stehen“, mahnte Strack-Zimmermann. „Die Menschen erwarten Lösungen und sichtbare Politik und nicht nur Kritik an dem, was andere machen.“ Sie unterstrich, dass Liberalismus für wirtschaftliche Stärke, Innovation, Sicherheit und individuelle Freiheit stehe – Werte, die die FDP überzeugender vermitteln müsse.
Forderungen nach personellen Konsequenzen und inhaltlicher Klärung
Auch der Chef der Jungen Liberalen, Finn Flebbe, übte scharfe Kritik an der Bundespartei. Im „Spiegel“ bezeichnete er das Wahlergebnis als Beleg dafür, dass es nach der Bundestagswahl keinen echten Neuanfang gegeben habe. „Zur Hälfte der Amtszeit des FDP-Bundesvorstands fällt das Halbjahreszeugnis deshalb ungenügend aus“, so Flebbe. Er forderte die Parteispitze auf, umgehend Konsequenzen zu ziehen: „Jetzt ist die Zeit, sich alte Zöpfe abzuschneiden. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt.“
Strack-Zimmermann wich der Frage nach einer eigenen Kandidatur für den Parteivorsitz aus und betonte, es gehe nicht um persönliche Ambitionen, sondern darum, die FDP gemeinsam wieder stärker zu machen. Eine Rückkehr des ehemaligen Parteichefs Christian Lindner schloss sie aus: „Parteien müssen nach vorne schauen.“
Die symbolische Haarrasur von Nicole Büttner markiert somit nicht nur die Einlösung einer persönlichen Wette, sondern steht auch für die tiefgreifenden innerparteilichen Diskussionen über die Zukunft der FDP nach der verpassten Landtagswahl in Baden-Württemberg.



