Anlässlich des „Tags des Lokaljournalismus“ am 5. Mai besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Salzwedel in der Altmark. In einem Leser-Forum mehrerer Tageszeitungen, darunter die Volksstimme, die Mitteldeutsche Zeitung, die Altmark-Zeitung und die Leipziger Volkszeitung, stellte er sich den Fragen der Bürger. Rund 250 per Los ausgewählte Besucher fanden sich im Saal des Kulturhauses ein, um mit dem Kanzler zu diskutieren. Merz kam mit einer guten halben Stunde Verspätung, was die Stimmung im Saal nicht verbesserte.
Umfragetief und Landtagswahl
Der Besuch fällt in eine Zeit, in der die Umfragewerte der CDU und von Merz persönlich im Keller sind. Nur vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sucht der Kanzler den direkten Austausch mit den Wählern. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um ihrer Unzufriedenheit Luft zu machen. Kritikpunkte waren unter anderem die Energiepolitik, die steigenden Lebenshaltungskosten und die Migrationspolitik der Regierung.
Merz‘ Verteidigung der Regierungspolitik
In seiner Eröffnungsrede betonte Merz die Erfolge seiner Regierung: „Wir haben es geschafft, die Nato zu retten, die EU zusammenzuhalten und gehen jetzt Reformen an.“ Er verwies auf die Stabilisierung der Wirtschaft und die Investitionen in die Infrastruktur. Doch die Zuhörer ließen sich nicht so leicht überzeugen. Immer wieder kam es zu Zwischenrufen und hitzigen Debatten. Besonders die Frage nach der Zukunft der Landwirtschaft in der Region beschäftigte die Anwesenden.
Lokaler Journalismus im Fokus
Der „Tag des Lokaljournalismus“ soll die Bedeutung der lokalen Berichterstattung hervorheben. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf. „Es ist wichtig, dass Politiker direkt mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, sagte ein Sprecher der Mitteldeutschen Zeitung. Die Leser-Forums bieten eine Plattform für kritische Fragen und transparente Diskussionen. Merz versprach, die Anregungen mit nach Berlin zu nehmen.
Trotz des Gegenwinds verließ Merz nach zwei Stunden das Podium. Ob er die Herzen der Salzwedeler erreicht hat, bleibt fraglich. Die Landtagswahl im September wird zeigen, ob die CDU in Sachsen-Anhalt wieder an Vertrauen gewinnen kann.



