Beim „Tag des Lokaljournalismus“ im Kulturhaus Salzwedel stellte sich Bundeskanzler Friedrich Merz den Fragen von rund 250 Bürgern. Die Veranstaltung, organisiert von der Altmark Zeitung und IPPEN.MEDIA, sorgte bundesweit für Medienecho.
Besondere Aufmerksamkeit erregte der Wortwechsel mit einer schwer erkrankten Frau. Sie warf Merz vor, im Gesundheitssystem zu sparen, während die Politik die eigenen Bezüge erhöhen wolle. Merz wies den Vorwurf scharf zurück: „Zu keinem Zeitpunkt ist von irgendjemandem erwogen worden, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben.“ Ein Gesetzentwurf aus dem Innenministerium hatte jedoch eine Anhebung der Spitzenbeamten-Gehälter um knapp 40.000 Euro vorgesehen, inklusive einer höheren Kanzlervergütung. Innenminister Dobrindt zog den Plan nach öffentlicher Empörung zurück.
Eine weitere Szene prägte den Auftritt: Auf die Frage, was sich unter Merz‘ Kanzlerschaft konkret verbessert habe, erntete der Kanzler zunächst Gelächter im Saal. Seine Antwort – er habe „die Nato gerettet, Europa zusammengehalten“ – fand wenig Anklang. Die Welt schrieb, Merz sei „dünnhäutig und stur“ aufgetreten.
Die Zeit beschrieb Merz‘ Auftreten als „fahrig, dozierend, ehrlich, aber mit wenig Empathie“. Die Berliner Morgenpost titelte: „Nur einmal wird der Kanzler etwas lauter“ – beim Gehaltsvorwurf. Auch im Fernsehen, etwa im „Bericht aus Berlin“ und bei Caren Miosga, wurde der Auftritt thematisiert.
Auf inhaltlicher Ebene betonte Merz die Bedeutung der Lokalzeitungen für die Demokratie. Die Veranstaltung war Teil einer Initiative von IPPEN.MEDIA und dem Verlagsprojekt DRIVE, koordiniert von dpa und Highberg/Schickler.



