Tragisches Ende einer Kajak-Tour in Österreich
Ein dramatischer Rettungseinsatz in der österreichischen Teufelsschlucht bei Lofer endete am Mittwoch mit einer traurigen Gewissheit. Ein 17-jähriger Kajak-Fahrer aus den USA, der seit Dienstagabend im Wildwasser der Saalach vermisst wurde, konnte nur noch tot geborgen werden. Die starke Strömung hatte den Jugendlichen unter einen massiven Felsen gespült, wo er eingeklemmt war.
Verzweifelte Suche unter extremen Bedingungen
Nachdem der Alarm „Kajak-Fahrer in Teufelsschlucht vermisst“ ausgelöst worden war, rückten zahlreiche Rettungskräfte in das schwer zugängliche Gebiet aus. Die gefährlichen Bedingungen des Wildwassers zwangen die Helfer jedoch in der Nacht zum Abbruch der Suche. „Es ist aktuell unmöglich und zu gefährlich, dort Taucher oder Strömungsretter einzusetzen“, erklärte Markus Gewolf, Pressesprecher der Wasserrettung im Landesverband Salzburg, noch am Dienstag spätnachts.
Am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr nahmen die Einsatzkräfte die Suche wieder auf – diesmal unterstützt von Kollegen aus dem benachbarten Bayern. Gegen 12.30 Uhr entdeckten sie schließlich den vermissten Jugendlichen. Die Polizei Salzburg bestätigte, dass der 17-Jährige von den Einsatzkräften tot geborgen wurde.
Besonders tückische Unglücksstelle
Die Unglücksstelle in der Teufelsschlucht gilt als extrem gefährlich. Laut Zeugenaussagen handelt es sich um einen sogenannten Prallhang mit starker Unterströmung, wo das Wasser drei bis vier Meter tief ist. Hinzu kommen massive Gefahren im Gewässer:
- Große Felsen und enge Talwände
- Sogenannte Syphone – Hohlräume unter Felsen, durch die das Wasser mit enormer Kraft strömt
- Unterspülte Felsen, die zusätzliche Risiken bergen
„Wenn man dort hineingerät, hat man praktisch keine Chance mehr, wieder herauszukommen“, verdeutlichte der Sprecher der Wasserrettung die lebensbedrohliche Situation.
Grenzüberschreitender Rettungseinsatz
Rund 40 Einsatzkräfte der Wasserrettung aus Österreich und Deutschland waren an der Bergung beteiligt, unterstützt von der Feuerwehr Lofer. Markus Gewolf lobte die Zusammenarbeit mit den bayerischen Kräften: „Einsatzorganisationen kennen keine Grenzen – das funktionierte ausgezeichnet.“
Der 17-jährige Kajak-Fahrer war Teil einer achtköpfigen Gruppe, die mit ihren Kajaks im reißenden Gebirgsfluss Saalach unterwegs war. Seine Begleiter hatten zunächst versucht, ihn zu retten, doch ihre Bemühungen blieben vergeblich. „Nach über zwölf Stunden konnte man nicht mehr von einer Rettung sprechen, aber wir versuchten natürlich weiterhin, die Person zu bergen“, resümierte Gewolf den anspruchsvollen Bergungseinsatz.
Die Teufelsschlucht in der Region Lofer bleibt damit ein trauriger Schauplatz eines tragischen Kajak-Unglücks, das die Gefahren von Wildwasser-Sportarten in alpinen Regionen auf erschütternde Weise verdeutlicht.



