Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU im knappen Endspurt um die Macht
Baden-Württemberg: Grüne und CDU im knappen Endspurt

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU im knappen Endspurt um die Macht

In Baden-Württemberg steht am kommenden Sonntag eine wegweisende Landtagswahl an, die über die künftige Regierung des Bundeslandes entscheiden wird. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen und der CDU verspricht bis zur letzten Minute spannend zu bleiben, während die Nerven in den Parteizentralen bereits blank liegen.

Merz und Kretschmann mobilisieren ihre Anhänger

CDU-Bundeschef und Bundeskanzler Friedrich Merz reiste zum Wahlkampfabschluss der Südwest-CDU nach Ravensburg, um die Bedeutung dieser Wahl zu unterstreichen. „Diese Wahl wird knapper als wir gedacht haben“, räumte Merz mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte ein, die Grüne und CDU mit jeweils 28 Prozent gleichauf sehen. Der Kanzler warnte davor, gelb oder dunkelblau zu wählen, und betonte: „Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen.“

Parallel dazu stärkte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beim grünen Wahlkampfabschluss in Ulm seinem Spitzenkandidaten Cem Özdemir den Rücken. Der 77-jährige Kretschmann, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt, warb überzeugt für seinen Nachfolger: „Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt.“

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Die Kandidaten und ihre Visionen

Für die Grünen geht der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir ins Rennen, während für die CDU Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel als neuer Ministerpräsident kandidieren möchte. Kretschmann warf Hagel im Wahlkampf vor, keine neuen Ideen für Baden-Württemberg zu haben. „Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei“, kritisierte Kretschmann in Ulm und verwies auf Themen wie KI, Mobilität oder Robotik.

Grünen-Landeschefin Lena Schwelling betonte in Ulm die historische Chance: „Wir haben die historische Chance, einen zweiten grünen Ministerpräsidenten zu haben.“ Damit könne bewiesen werden, dass die Wahl Kretschmanns damals kein Unfall der Geschichte gewesen sei.

Koalitionsaussichten und überregionale Bedeutung

Den Umfragen zufolge werden Grüne und CDU in Baden-Württemberg auch nach der Wahl wieder miteinander koalieren müssen, da andere Bündnisse rechnerisch derzeit nicht möglich scheinen. Die Wahl dürfte daher vor allem darüber entscheiden, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen.

Merz unterstrich die überregionale Bedeutung der Wahl: „Die stoße nicht nur in Baden-Württemberg oder Deutschland auf große Aufmerksamkeit, sondern in der ganzen Europäischen Union.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass der CDU der Wahlsieg gelinge, wenn man die Kräfte bündele.

Özdemir positionierte sich indes als eigenständiger Kandidat: „Er wolle Kretschmann nicht kopieren, sondern kapieren“, lautete sein Motto. Mit Schützenhilfe aus Berlin und einem intensiven Endspurt im Wahlkampf hoffen beide Parteien, am Sonntag die entscheidenden Stimmen für sich zu gewinnen.

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