Neuer Ärger um Basketballplatz in Ueckermünde: Jugendliche trotzen Verbot
Mit den frühlingshaften Temperaturen ist auch der Konflikt um den stillgelegten Basketballplatz auf dem Gelände der Regionalen Schule „Ehm Welk“ in Ueckermünde wieder aufgeflammt. Anwohner berichten, dass sich in den Abendstunden erneut Kinder und Jugendliche auf dem Schulgelände versammeln – trotz eines bestehenden Betretungsverbots und angebrachter Hinweisschilder.
Lärmbelästigung und rechtliche Auseinandersetzungen
Ein Anwohner aus der Goethestraße und August-Bartelt-Straße schilderte im Bauausschuss, dass zwischen 40 und 60 Jugendliche über den Zaun geklettert seien und für Lärm sorgten. „Der Freizeitpark an der Schule ist wieder eröffnet“, kommentierte er die Situation sarkastisch. Bereits 2022 hatte der Anlieger wegen anhaltender Belästigungen in den Abend- und Nachtstunden einen Anwalt eingeschaltet.
Das Gericht stellte damals fest, dass die Umnutzung des Areals als Basketballplatz im Jahr 2019 ohne Baugenehmigung erfolgt war und die Rechte der Anwohner im Wohngebiet Vorrang haben. Die Stadt reagierte mit einem Verbot des Aufenthalts außerhalb des Schulbetriebs, ließ Hinweisschilder – auch zur angeblichen Videoüberwachung – anbringen und stellte den Zustand von vor 2019 wieder her. Sämtliche Basketballgeräte wurden abgebaut, was sogar das Freilufttraining der Basketballer von Ballrox unmöglich machte.
Anwohner fürchten Wertverlust ihrer Immobilien
Der Anlieger kritisierte im Bauausschuss, dass die Stadt ihr Hausrecht nicht konsequent wahrnehme und den Platz nicht ausreichend abschotte. Er äußerte die Befürchtung, dass der anhaltende Lärmkonflikt zu einem Wertverlust der umliegenden Häuser führen könnte. Andere Anwohner hatten bereits die Polizei gerufen, um die Jugendlichen vom Gelände zu vertreiben, doch eine dauerhafte Lösung steht weiter aus.
Der Anwohner betonte, sein Ziel sei stets der Bau einer Lärmschutzwand zum nur wenige Meter entfernten Basketballplatz gewesen. Er beklagte, dass die Stadt ihm keinen Einblick in das Lärmschutzgutachten gewährt habe, mit der Begründung, er habe kein berechtigtes Interesse.
Bürgermeister und Bauamtsleiter zur aktuellen Lage
Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) widersprach dieser Darstellung: „Das stimmt so nicht“. Ein erstes Gutachten habe vorgelegen, sei aber unzureichend gewesen, da es nur den Lärmschutz für Erdgeschosszimmer eines Wohnhauses betrachtet habe – nicht jedoch für Obergeschosse mit Schlafzimmern oder andere Gebäude. Das Gericht habe klargestellt, dass die Stadt nicht rund um die Uhr verpflichtet sei, das Betreten des Schulgeländes zu verhindern.
Bauamtsleiter Sven Behnke erklärte, das finale Lärmgutachten liege noch nicht vor, werde aber bald erwartet. Anschließend entscheide der Landkreis Vorpommern-Greifswald über eine nachträgliche Baugenehmigung für den Basketballplatz. Mögliche Auflagen könnten den Bau einer Lärmschutzwand oder sogar eine komplette Sperrung des Platzes umfassen. Ein höherer Zaun zum benachbarten Lidl-Markt sei für das Frühjahr geplant.
Jugendliche lassen sich nicht abschrecken
Der Anwohner bezweifelt die Wirksamkeit solcher Maßnahmen. Zwar deckten sich die Jugendlichen bei Lidl mit Getränken und Snacks ein, doch ein höherer Zaun werde sie nicht abhalten. Der historische Zaun des Schulgeländes sei stellenweise so niedrig, dass ein Überklettern problemlos möglich bleibe. Die angebrachten Schilder zur Videoüberwachung zeigen offenbar keine abschreckende Wirkung.
Die Entscheidung über die Zukunft des Basketballplatzes hängt nun maßgeblich vom finalen Lärmgutachten ab. Sollten die Kosten für eine Lärmschutzwand zu hoch sein, droht eine vollständige Sperrung des Areals – eine Lösung, die weder Anwohner noch Jugendliche zufriedenstellen dürfte. Bis dahin bleibt der Konflikt an der Goethestraße und August-Bartelt-Straße ein ungelöstes Ärgernis für alle Beteiligten.



