Emotionale Einweihung nach mehr als drei Jahrzehnten im Dienst
In einer Zeit, in der laut aktuellen Studien fast 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland innerlich bereits gekündigt haben und weitere 78 Prozent nur noch Dienst nach Vorschrift machen, zeigt ein Steuerverein in der Uckermark, wie starke Bindung im Berufsleben gelingen kann. Sabine Hagenau, die seit 33 Jahren die Prenzlauer Beratungsstelle der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi) leitet, weinte vor Freude bei der Einweihung ihrer neuen Räumlichkeiten am Turmcarré.
Ein Arbeitsumfeld wie eine Familie
Wir freuen uns morgens schon, wenn wir uns wieder sehen, versicherte Hagenau den Gästen der kleinen Zeremonie unter Tränen der Rührung. Die Chefin betonte die außergewöhnlich positive Atmosphäre in ihrem Team. Mit ihrer Kollegin Antje Hahlweg, die seit drei Jahren am Empfang steht, sei es Liebe auf den ersten Blick gewesen. Hagenau hob hervor, dass sie und ihre Mitarbeiter jeden Tag gerne zur Arbeit gehen – eine Seltenheit in Zeiten allgemeiner Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.
Die Standortleiterin erklärte weiter: Es konnte uns gar nichts Besseres passieren, als dass wir damals bei der Lohi angefangen haben. Denn dieser Arbeitgeber ist einfach super. Sie schätzt besonders die Freiheiten und die langen Leinen, die ihnen der Verein gewährt. Selbst Weiterbildungsveranstaltungen gestalten sich bei der Lohi wie Urlaub: Nach dem Lernen wird abends noch getanzt, so Hagenau scherzhaft.
Wertschätzung von höchster Stelle
Für den großen Tag reiste sogar Lohi-Vorstandsvorsitzender Jörg Gabes extra aus München in die brandenburgische Kreisstadt an. Er würdigte das Prenzlauer Team als wertvolle Stütze im Verein und betonte, dass engagierte Mitarbeiter wie diese das Credo der Organisation, stets für den Menschen da zu sein, hochhalten. Gabes hob außerdem die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Finanzamt hervor, was der anwesende Hauptsachbearbeiter Matthias Vogel aus Angermünde sichtlich erfreut zur Kenntnis nahm.
Der weitgereiste Chef verwies auf die 60-jährige Tradition der Lohi für Steuergerechtigkeit und ihre Beteiligung an Digitalisierungsprojekten wie Elster. Kritisch sieht der Verein jedoch aktuelle Bestrebungen zur Vereinfachung der Steuererklärung: Wir haben die Befürchtung, dass das das Ende der Steuergerechtigkeit ist, so Gabes. Mit über 700.000 Mitgliedern bundesweit – davon etwa 3.000 in der Uckermark – will sich die Lohi künftig noch stärker steuerpolitisch einmischen.
Zukunftsperspektiven und Teambuilding
Sabine Hagenau, die trotz ihrer 70 Jahre noch nicht an den Ruhestand denkt, plant bereits die Nachfolge. Ihr Sohn Mathias (38) soll perspektivisch den Chefsessel übernehmen, unterstützt vom 40-jährigen Lohnsteuerfachangestellten Tommy Hohlfeld und Empfangsmitarbeiterin Antje Hahlweg. Das Quartett weiß um die Bedeutung des Teambuildings: Noch am Tag der Eröffnung beschlossen sie, einen vom Arbeitgeber überreichten Gutschein für eine gemeinsame Bootstour zu nutzen, um ihre Umzugsmühen zu belohnen.
Die neue Beratungsstelle befindet sich ab sofort in der Stettiner Straße 5 in Prenzlau, in den ehemaligen Räumen eines Spielzeugladens und Pflegedienstes. Die emotionale Einweihung zeigt, dass in der Uckermark berufliche Erfüllung und starke Teamarbeit noch immer möglich sind – selbst nach 33 Jahren im selben Job.



