Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (52, CDU) gewährte in der Talkshow „3nach9“ seltene Einblicke in seine Gefühlswelt. Neben Themen wie dem Olympia-Ja in Kiel und der Fußball-Meisterschaft des FC Bayern wurde das Gespräch besonders emotional, als er über den Verlust seiner Mutter als Teenager sprach und darüber, wie er im Glauben Trost fand.
Der Schicksalsschlag im Teenageralter
Moderator Giovanni di Lorenzo (67) fragte den bekennenden Katholiken, ob er trotz des frühen Todes seiner Mutter nie wütend auf Gott gewesen sei. Günther antwortete ehrlich: „Auch ich bin nicht frei davon. Ich war damals 17 Jahre alt. Da hadert man natürlich mit dem Schicksal. Gerade, weil meine Mutter ja auch sehr gläubig war.“ Er schilderte, dass sein Vater Protestant und seine Mutter katholisch war, die Familie gemeinsam in die Kirche ging, er selbst Messdiener war und seine Mutter im Pfarrgemeinderat aktiv war.
Die Diagnose Leukämie
Die Diagnose Leukämie traf die Familie schwer. Günther ist überzeugt: „Heute wäre das alles therapierbar. Das muss man sagen, aber damals gab es diese ganzen Möglichkeiten noch nicht.“ Behandlungen in den USA kamen aus Kostengründen nicht infrage. Sein Vater tat alles medizinisch Mögliche in Deutschland, doch die Krankheit ließ sich nur hinauszögern.
14 Monate zwischen Hoffnung und Abschied
„Von der Diagnose bis zu dem Zeitpunkt, als sie dann gestorben ist, waren es 14 Monate“, erzählte Günther. Die Kinder durften die Mutter am Ende kaum noch sehen. „Ich hatte unglücklicherweise auch noch einen Knieunfall in der Zeit, sodass ich selbst in einem Krankenhaus war und dann die letzten zehn Tage sie gar nicht mehr gesehen habe. Irgendwann kam mein Papa in mein Zimmer und hat gesagt: Mama ist tot.“
Der Glaube als Stütze
„Ich habe versucht, das von mir fernzuhalten, um überhaupt damit umzugehen“, gesteht der CDU-Politiker. Aber: „Natürlich hilft der Glaube, dass man einfach eine Überzeugung hat, dass das nicht das Ende ist. Dass man die Chance hat, dass es einmal einen anderen Ort gibt, wo man sie wieder sieht.“ Das habe ihm damals geholfen und helfe ihm bis heute.



