Burgunderblutalge färbt Gewässer an Mecklenburgischer Seenplatte rot-braun
Burgunderblutalge färbt Seenplatte-Gewässer rot-braun (20.04.2026)

Burgunderblutalge färbt Gewässer an Mecklenburgischer Seenplatte rot-braun

An der Mecklenburgischen Seenplatte ist erneut ein spektakuläres Naturphänomen zu beobachten: Die Burgunderblutalge färbt aktuell zahlreiche Gewässer in der Region südlich der Müritz in intensiven Rot- und Brauntönen. Betroffen sind unter anderem die Elde und der Müritzsee bei Buchholz, wo sich das Wasser deutlich verfärbt hat.

Kreisverwaltung warnt vor Kontakt mit dem Wasser

Obwohl das Phänomen beeindruckend aussieht, rät die Kreisverwaltung der Mecklenburgischen Seenplatte dringend davon ab, mit dem verfärbten Wasser in Kontakt zu kommen. Die Burgunderblutalge gehört eigentlich zu den Cyanobakterien und kann Toxine bilden, die bei Menschen allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden sowie negative Auswirkungen auf Leber und Nervensystem verursachen können.

Landkreissprecher Nils Henke erklärt: "Die Bakterien sind essenzieller Bestandteil der Natur und kommen in fast jedem Gewässer vor. In der warmen Jahreszeit halten sie sich normalerweise in tieferen, kälteren Wasserschichten auf." Durch die Abkühlung der Wasseroberfläche im Herbst und Winter komme es jedoch zu einer Durchmischung des Wassers, wodurch die Bakterien nach oben wandern und sich stark vermehren können.

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Natürliches Phänomen mit möglichen Einflussfaktoren

Das aktuelle Auftreten der Burgunderblutalge ist kein Einzelfall. Ähnliche Rotfärbungen wurden bereits in der Vergangenheit in der Seenplatte beobachtet, etwa im April 2023 im Müritzsee bei Neustrelitz. Auch in Süddeutschland und der Schweiz treten vergleichbare Phänomene regelmäßig auf.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass mehrere Faktoren die Vermehrung der Cyanobakterien begünstigen könnten:

  • Erhöhte Nitrat- und Phosphatkonzentrationen durch landwirtschaftlichen Eintrag
  • Steigende durchschnittliche Wassertemperaturen
  • Geringere Durchmischung der Wasserschichten

Der Landkreis hat im vergangenen Jahr eine ganzjährige Überwachung von aktuell 16 Binnengewässern begonnen, um weitere Erkenntnisse über das Phänomen zu gewinnen.

Keine Gegenmaßnahmen geplant

Gegen das vermehrte Auftreten der Burgunderblutalge werden keine speziellen Maßnahmen ergriffen. Es handelt sich um einen natürlichen Vorgang, der sich mit zunehmender Wassertemperatur von selbst reguliert. Henke erläutert: "Wie in der Vergangenheit auch, werden sich die Bedingungen für die Burgunderblutalge mit wärmerem Wasser verschlechtern, sodass sie in tiefere Wasserschichten absinken wird." Das Phänomen wird voraussichtlich in den kommenden Wochen wieder verschwinden.

Bis dahin gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen:

  1. Empfindliche Personen und Kinder sollten sich von den Algenschlieren fernhalten
  2. Tiere sollten nicht mit dem verfärbten Wasser getränkt werden
  3. Verschlucken von Wasser oder direkter Kontakt mit den Algen ist zu vermeiden

Die Badesaison wird nach Angaben der Kreisverwaltung kaum beeinflusst, da die Burgunderblutalge normalerweise in den Sommermonaten in tieferen Wasserschichten verbleibt. Dennoch bleibt die Warnung vor Kontakt mit den aktuell verfärbten Gewässern bestehen.

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