Eva mit den 'rehbraunen Augen' erinnert sich nicht an CDU-Kandidaten Manuel Hagel
Eva erinnert sich nicht an CDU-Kandidaten Hagel

Ehemalige Schülerin kann sich nicht an CDU-Kandidaten erinnern

In der baden-württembergischen Stadt Ehingen suchte ein BILD-Reporter nach der mysteriösen Eva, die CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) in einem Interview aus dem Jahr 2018 als Schülerin mit "rehbraunen Augen" beschrieben hatte. Acht Jahre später stellt sich heraus: Die heute 23-jährige Eva kann sich nicht an den Politiker erinnern, der sie damals ungefragt zum Wahlkampfthema machte.

Umstrittenes Interview aus dem Jahr 2018

Im Februar 2018 trat Hagel, damals CDU-Generalsekretär, in der Sendung "Regio TV" voll ins Fettnäpfchen. Er berichtete lachend von einem Besuch in einer Realschule: "Eine Klasse – 80 Prozent Mädchen. Da gibt's für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen." Anschließend schwärmte er von der ersten Fragestellerin: "Ich werd's nie vergessen. Sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen." Diese Aussagen werden heute von den Grünen als sexistisch kritisiert und könnten Hagens Umfragewerte beeinflussen.

Die Suche nach Eva

Der BILD-Reporter begann seine Suche in der Franz-von-Sales-Schule in Ehingen-Obermarchtal, einer Mädchenrealschule, die Hagel damals besucht hatte. Die Rektorin bestätigte den Besuch, konnte sich jedoch nicht mehr an die konkrete Eva erinnern. Lokale Zeitungsartikel führten schließlich zu einer Eva M., die 2019 mit einem hervorragenden Notenschnitt von 1,2 ihren Abschluss gemacht hatte – sie war die Drittbeste ihrer Klasse.

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Das überraschende Gespräch

Nach einer halbstündigen Suche klingelte der Reporter an einem Haus in einem Ehinger Teilort, wo Evas Familie laut Dorfbewohnern wohnte. Es öffnete nur die Tante, da Eva woanders studiert. Die Verwandte gab jedoch bereitwillig Evas Handynummer weiter. Im Telefonat bestätigte die 23-Jährige zwar, braune Haare und Augen zu haben, zeigte sich aber überraschend desinteressiert an der ganzen Angelegenheit.

"Kann schon sein, dass er damals bei uns in der Klasse war. Aber ich erinnere mich nicht an ihn", sagte Eva nüchtern zum Reporter. Damit machte sie deutlich, dass der Politiker bei ihr weit weniger Eindruck hinterlassen hatte als sie bei ihm.

Schlussstrich nach acht Jahren

Das Gespräch endete abrupt, als Evas Tante einschritt: "Gibt's nach acht Jahren kein anderes Thema? Jetzt lassen wir den Manuel Hagel mal schön in Ruhe – und meine Eva auch." Damit setzte die Familie einen klaren Schlusspunkt unter die Angelegenheit, die den CDU-Kandidaten nun in unangenehmer Weise einholt.

Während Hagels Aussagen von 2018 heute im Wahlkampf erneut diskutiert werden und seine Gegner Sexismus-Vorwürfe erheben, bleibt die namensgebende Eva selbst erstaunlich unbeeindruckt. Die ehemalige Musterschülerin, die mit Bestnoten abschloss, hat offenbar Wichtigeres zu tun, als sich an einen Politiker zu erinnern, der sie vor Jahren öffentlich beschrieb.

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