Giesinger Bräu sammelt Unterschriften für Wiesn-Zulassung
Drei Wochen nach dem Start eines Bürgerbegehrens für die Zulassung zum Münchner Oktoberfest hat die Giesinger Brauerei bereits mehr als 8.700 von 40.000 notwendigen Unterschriften gesammelt. Das Ziel ist die Erzwingung eines Bürgerentscheids über die Zulassung von Giesinger Bräu zur Wiesn im Jahr 2027.
Erfolgreiche Unterschriftensammlung
Laut der Zählung auf der Internetseite der Brauerei waren es drei Wochen nach der öffentlichen Bekanntgabe durch Brauereichef Steffen Marx zum Start des Starkbierfestes genau 8.708 Stimmen (Stand: 13. März, 12 Uhr). Ein Sprecher der Brauerei betonte: "Wir haben auch schon Unterschriften durch alle Parteien durch." Die Frage beim geplanten Bürgerentscheid lautet: "Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?"
Reaktionen und Kritik
Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) weist den Vorwurf zurück, dass die Brauerei an städtischen Hürden scheitere. Er erklärte: "Die Stadt könne diesen prüfen und bewerten, jedoch sei bislang kein solcher Antrag von Giesinger Bräu eingegangen." Scharpf kritisierte das Vorgehen als befremdlich, da die Brauerei zuvor nicht das gängige Verfahren durchlaufen habe, dem sich alle anderen Brauereien stellen müssten.
Historischer Kontext und Ambitionen
Ein weiteres Bier auf der Wiesn wäre eine echte Revolution, da seit Jahrzehnten nur sechs Brauereien zugelassen sind: Augustiner, Hacker Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Die Giesinger Brauerei, die sich dank eines Tiefbrunnens im Stadtgebiet offiziell Münchner Bier nennen darf, strebt nun einen Anteil am lukrativen Wiesn-Geschäft an. Auf der Geburtstagsparty der Brauerei am 24. Juli 2026 soll im Werk2 eine Stimmauszählung stattfinden, die positiv ausfallen könnte.
Ausblick und nächste Schritte
Die Brauerei muss noch über 31.000 Unterschriften sammeln, um das Bürgerbegehren erfolgreich abzuschließen. Sollte dies gelingen, könnte es zu einem Bürgerentscheid kommen, der die Bierlandschaft auf dem Oktoberfest nachhaltig verändern würde. Die Debatte um die Zulassung neuer Brauereien auf der Wiesn bleibt damit ein spannendes und kontroverses Thema in der Münchner Politik und Brauereiszene.



