Uraltes Gasthaus Heidemühle in der Uckermark wieder geöffnet
Heidemühle in der Uckermark wieder geöffnet (17.05.2026)

Wenige Kilometer von Brüssow entfernt lockt seit Jahrhunderten ein kleines Gasthaus mitten im Wald Besucher an. Bereits um 1370 herum wurde auf dem Gelände in der Caselower Heide neben Landwirtschaft auch Gastwirtschaft betrieben. Die „Heidemühle“ ist bis heute ein Treffpunkt für Jung und Alt. In der „Neuzeit“ sind es nicht mehr Pferdekutschen, sondern meist die Fahrräder, Mopeds und Autos von Einheimischen, die vor dem idyllisch gelegenen Anwesen halten. Denn die „Heidemühle“ ist der klassische Insidertipp.

Lage und Atmosphäre

Fast in Sichtweite der A20 liegt die Heidemühle versteckt, dort, wo die meisten schon glauben, dass der schmale, holprige Weg zu Ende ist. Nur von Fahrenwalde kommend ist die Zufahrt ausgeschildert. Die fast verwunschen anmutende Abgeschiedenheit mitten im Wald macht den Reiz der Location aus, versichern Gäste aus Perleberg. Eine Bikergruppe lässt ihre Ausfahrten gern an dem sauberen Teich vor dem Lokal enden, „weil man da den Alltag so schön vergessen kann.“

Kulinarische Highlights

Gina-Marie Kobolla, die jüngste Tochter des Betreibers, ist eine begnadete Bäckerin. Sie kredenzte den Gästen ihres Vaters auch am vergangenen Wochenende wieder duftenden Bienenstich und leckere Pfirsich-Schmand-Torte. „Kuchen nach uraltem Rezept, das mögen die Leute am liebsten“, erzählt die Gastwirtstochter. Als der Nordkurier kam, war das letzte Stück Kuchen gerade verkauft, bedauerte Gina-Marie Kobolla: „Aber zum 1. Mai ist Nachschub da.“

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Schon allein das legendäre Softeis ist eine Reise wert. Die Softeismaschine steht bereit, und die Teigschüsseln und Backbleche warten auf den nächsten Ansturm. An Wochenenden und Feiertagen läuft die Backstube heiß.

Familienbetrieb in sechster Generation

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Justin huscht die 26-Jährige in der Saison samstags und sonntags sowie an Feiertagen dienstbeflissen zwischen den Tischen der „Heidemühle“ umher – so es ihre Jobs erlauben. Die beiden sind im „richtigen Leben“ im sozialpädagogischen Bereich und bei der Bundeswehr beschäftigt. Das Paar greift dem Chef aber bereitwillig unter die Arme, wenn es klemmt: „In der Familie hilft man sich halt.“

Sie könne auch gar nicht anders, als hier herumzuwirtschaften, sagt die Tochter, weil ihr Herz ganz doll an dem kleinen Gasthaus hänge, das schon in der sechsten Generation von der Familie geführt werde. Sie hofft, dass das Wirtshaus auch noch viele weitere Jahre Bestand hat – trotz der Entfernung zur Zivilisation.

Tradition und Zukunft

Noch zu DDR-Zeiten vergnügten sich vor allem zu Christi Himmelfahrt und an anderen Feiertagen hunderte Menschen hier im Grünen. Gina-Marie Kobolla wagt den Blick in die nahe Zukunft: „Am 1. Mai, zu Herrentag und an Pfingsten wird hier gewiss wieder die Hölle los sein. Aber so lieben wir das.“ Die Heidemühle bleibt ein beliebter Treffpunkt für Radfahrer, Fußgänger und alle, die die Abgeschiedenheit und die hausgemachten Leckereien schätzen.

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