Hensoldt expandiert in Baden-Württemberg: Hunderte neue Jobs auf ehemaligem Unterwäsche-Gelände
Hensoldt plant Hunderte Jobs auf ehemaligem Triumph-Gelände

Vom Dessous- zum Rüstungsstandort: Hensoldt plant große Expansion in Aalen

Die deutsche Rüstungsindustrie verzeichnet derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Ein prominentes Beispiel dafür ist der bayerische Konzern Hensoldt, spezialisiert auf optische Aufklärungssysteme, der nun einen neuen Produktionsstandort plant – und zwar auf dem ehemaligen Gelände des Unterwäscheherstellers Triumph International in Aalen im Ostalbkreis von Baden-Württemberg.

Standortwechsel mit Symbolkraft

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Taufkirchen bei München beabsichtigt, die bestehenden Hallenflächen auf dem Industrieareal zu nutzen, auf dem jahrzehntelang Damenunterwäsche, Dessous, BHs und Shapewear produziert wurden. Dieser Schritt markiert einen signifikanten Wandel in der Nutzung des Geländes und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Verteidigungsbranche in der Region.

Hintergründe der Expansion

Die geplante Expansion ist eine direkte Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Sensorlösungen und optoelektronischen Systemen für militärische Anwendungen. Insbesondere der Geschäftsbereich Optronics, der Optik und Elektronik kombiniert, verzeichnet ein starkes Wachstum. Zu den Produkten gehören unter anderem Zielfernrohre und Nachtsichtgeräte für Panzer wie den Leopard 2 A8 und den Schützenpanzer Puma.

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Firmensprecher Alexander Ogger erläutert gegenüber Medien: „Am neuen Standort wollen wir entwickeln, produzieren, zusammenbauen und warten. Wir schaffen dort auch Kapazitäten für die Forschung.“ Perspektivisch sind Hunderte neue Arbeitsplätze vorgesehen. „Wir werden mit 80 bis 120 Beschäftigten anfangen und dann weiter ausbauen“, so Ogger.

Gesuchte Fachkräfte und Kooperationen

Für die neuen Positionen sucht Hensoldt vor allem ausgebildete Fachkräfte, Kaufleute, Feinoptiker und Optroniker. Darüber hinaus sieht das Unternehmen Chancen für Mitarbeiter aus der aktuell kriselnden Automobil- und Autozuliefererindustrie. „Wir stehen daher im Kontakt zu Firmen aus der Automotive-Industrie“, erklärt der Sprecher.

Noch laufende Verhandlungen

Allerdings sind die Pläne noch nicht endgültig besiegelt. Christina Canitz, Head of Optronics Division bei Hensoldt, betont in einer offiziellen Mitteilung: „Wir befinden uns weiterhin in laufenden Abstimmungen, sodass finale vertragliche Vereinbarungen noch ausstehen.“ Die genauen Konditionen und Zeitpläne müssen somit noch ausgehandelt werden.

Positive Resonanz aus der Politik

Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) zeigt sich dennoch äußerst optimistisch: „Dass sich Hensoldt für Aalen entschieden hat, freut uns sehr. Das bedeutet für unsere Stadt viele neue Arbeitsplätze und große Investitionen.“ Die Ansiedlung könnte somit einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls für die gesamte Region darstellen.

Die geplante Expansion von Hensoldt auf dem ehemaligen Triumph-Gelände illustriert nicht nur den Boom der Rüstungsindustrie, sondern auch den strukturellen Wandel in traditionellen Industrieregionen. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnte Aalen bald zu einem bedeutenden Standort für Hochtechnologie in der Verteidigungsbranche avancieren.

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